Soziale Gerechtigkeit

Warum tun alle immer so, als habe „soziale Gerechtigkeit“ nur mit Hartz IV-Empfängern und Geringverdienern zu tun? Warum redet niemand darüber, dass gerade Geringverdiener darunter leiden, dass sich andere auf Sozialtransfers ausruhen?

Es ist SPD-Parteitag, und „soziale Gerechtigkeit“ steht wieder einmal hoch im Kurs.  Dabei wird das Schlagwort stets im Sinne von „allen soll es gut gehen“ oder „mehr Geld für die kleinen Leute“ verwendet, was etwa so sinnvoll ist wie die Forderung nach schönem Wetter. Gerechtigkeit ist ein Verhältnis, und sie herrscht, wenn wenig bekommt, wer wenig tut und viel erhält, wer viel schafft. Nicht umgekehrt und auch nicht, wenn alle viel bekommen („Reichtum für alle“). In diesem Sinne verstanden, ist es nicht ungerecht, wenn Arbeitsverweigerer und Schlendriane nicht auskömmlich ausgestattet sind. Eine Botschaft, die vielen (Sozial-)Politikern zu kompliziert ist und einfacher Verteilung im Wege steht.

„Soziale Gerechtigkeit“ ist ein konditioniertes Gut: Lebensstandard ist an Bedingungen, an Leistung und Leistungsfähigkeit geknüpft. Wer unverschuldet in Not ist, soll von der Allgemeinheit unterstützt werden, wer für sich sorgen kann, der soll es tun. Das ist kein gnadenlos-neoliberales Leistungsethos, sondern führt dazu, dass ein bildungsferner Einfach-Jobber von seiner Arbeit leben können muss – nicht mehr und nicht weniger. Ein millionenschwerer Manager hat viel und darf das nur mit Recht für sich beanspruchen, wenn er viel und vor allem das Richtige tut. Eigentlich ganz einfach, oder?

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