Auf der Suche nach dem Buchsen-Luder

Mag sein, dass dies hier kein Frauen-Thema ist. Aber es ist ein Thema, dass Männer an den Rand jener „revolutionären Situation“ bringt, von der wir ehedem im Staatsbürgerkunde-Unterricht gehört haben, dass sie großen, blutigen, weltgeschichtlichen Umbrüchen vorausgehe…

Es dauert ein wenig, bis man die Masche durchschaut hat und zur vollen Rage aufläuft. Eigentlich wollte ich nur die neuen Boxen anschließen. „Da brauchen Sie aber ein Coaxial-Kabel“, sagte der Mann in dem Laden, der gar nicht Mario Barth gehört, obwohl er das immer wieder behauptet. Im Keller hängen zwei Beutel mit alten Kabeln. Die dicken Druckerkabel von damals, die Maus-Kabel mit den runden Steckern, die Coaxial-Kabel für Antennen mit Schraubstecker, zwei- und dreiadrige Kabel mit Cinch-Steckern und Cinch-Buchsen, USB-Kabel, Kabel mit Normal-USB auf Klein-USB, TAE-Telefonkabel, Telefonkabel mit Westernstecker, Kabel mit großem Klinkenstecker auf kleinen Klinkenstecker, mit zwei großen Klinken, mit Stereo-Klinke groß und klein, eine große Stereo-Klinke auf zwei große Mono-Klinken und alle Varianten von XLR-Steckern auf kleine und große Klinke und natürlich auf Cinch und mit frei klemmbaren Kupferlitzen – aber kein Coaxial-Kabel mit Cinch-Steckern, wie man sie für digitale Audiosignale braucht. Kauft man also ein neues Kabel.

Leider hat der Receiver nur einen Eingang für ein Coaxial-Cinch-Kabel. Wenn man also Satellitenschüssel und DVD-Player mit digitalem Signal anschließen will, braucht man noch ein optisches Kabel aus Glasfaser, denn dafür sind noch Buchsen da. Diese Strippen sind unter Hifi-Freunden nicht nur der letzte Schrei, sondern auch schön teuer. Mit dem Verkäufer im Markt duze ich mich inzwischen, hole das optische Kabel, werfe zwei alte Cinch-Kabel, die niemand mehr braucht in die Keller-Beutel und muss nur noch den Subwoofer anschließen: Der braucht ein Subwoofer-Kabel mit einem Cinch-Stecker auf der einen Seite und zweien auf der anderen. Braucht man sonst nirgends.

Der Asphalt auf dem Weg zum Markt trägt bereits das Profil-Muster meiner Winterreifen, Klaus aus der Audio-Abteilung kann sich sein blödes Grinsen sparen, und ich muss auf dem Heimweg tanken. Der Sonnabend ist dahin, Pendlerpauschale gibt es auch nicht für den Weg zwischen mir und dem sternhagel-teuren Technik-Tempel.

Und während gegen 20.30 Uhr endlich die Bässe aus dem Subwoofer die Fundamente neu festruckeln, Polizei und Nachbarn vergebens oben klingeln, arbeite ich im Keller am Kampf-Manifest gegen Technik-Abzocker, die sich immer neue Kabel, Buchsen, Druckerpatronen und anderen Schnickschnack einfallen lassen, damit wir Blödmänner unser Geld loswerden…

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