Helden-Dämmerung

Genau lässt sich nicht sagen, wann das post-heroische Zeitalter zu dämmern begann. Liebte die Klassik den tragischen Helden, der an seinen Widersprüchen zerbricht, die Romantik den Untergang der reinen Seele, so zeichnen sich heutige Helden durch volkstümliche Unvollkommenheit aus. Margot Käßmann wurde und wird verehrt dafür, dass ihr nichts Menschliches/Allzu-Menschliches fremd ist. Joschka Fischers Aufstieg vom Steinewerfer zum Außenminister faszinierte das Publikum… – Nicht das hohe Ideal wird heute verehrt, sondern unser mangelhaftes Ebenbild.

Sind wir verarmt in unseren Ansprüchen? Fürchten wir die Unbequemlichkeit des Anspruchs klassischer Heroen? Oder sind wir schlicht selbstverliebt in unser Ebenbild und wollen uns nicht aus der Ruhe bringen lassen durch Vorbilder, an die wir nicht heranreichen? Allenfalls im Sport dürfen unsere Helden noch besser sein als wir selbst. In Kunst, Politik und Gesellschaft bevorzugen wir Eliten, an die wir heranreichen können, die uns nicht vor anstrengende Herausforderungen stellen. Ist diese Genügsamkeit im Geiste nicht die wahrlich beuunruhigende, tatsächliche „spätrömische Dekadenz“?

Advertisements

Schlagwörter: , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: