Es lebe der evangelische Papst

Deutschlands Protestanten sind enttäuscht. Das schreiben zumindest die meisten Kommentatoren über das Treffen des Papstes mit den Vertretern der Evangelischen Kirche in Erfurt. Sie hatten auf „deutliche Schritte“ oder Gesten des Pontifex Maximus im Sinne der Ökumene gehofft. Was genau sie sich da vorgestellt hatten, weiß man nicht. Wahrscheinlich hätte der Nachfolger Petri sich ein Beispiel an der Kanzlerin und ihrer Energie-Wende nehmen sollen: ,Wir haben jetzt 500 Jahre gestritten. Also gut: Ihr habt recht.‘

Zugegeben – eine recht banale Vorstellung. Einerseits ist die Kirchentrennung im Zuge der Reformation ja nicht grundlos erfolgt, sondern wegen bis heute bestehender unterschiedlicher Auffassungen über Gott und die Menschen. Andererseits kann der Führer einer Weltkirche nicht eben mal als nette Geste an seine Landsleute aus der Thüringischen Landeshauptstadt die Botschaft an 1,2 Milliarden Katholiken senden: Von heute an sehen wir die Sache mit dem Abendmahl einfach etwas lockerer.

Benedikt XVI. hat den Reformator Martin Luther ausdrücklich gewürdigt, hat zentrale Orte seines Wirkens besucht und damit klar gemacht, dass Rom ihn nicht länger als ketzerischen Spalter ansieht, sondern als einen Menschen auf der Suche nach Gott und dem Glauben. Mit anderen Worten: Auch wir (Rom) haben damals Unrecht getan und Anlass zu reformatorischen Umtrieben gegeben. Eine beachtliche Geste, zu der die Vorgänger Josef Ratzingers sich nicht herbeilassen konnten und eine gute Grundlage für weitere Gespräche.

Enttäuscht kann davon nur sein, wer Ökumene als eine Art Koalitionsverhandlungen versteht, die mit einem „guten Kompromiss“ für beide Seiten enden. Aber das Himmlische lässt sich nicht irdisch verrechnen. Und es ist schon ein – nicht wirklich überraschendes – Zeugnis religiöser Unkenntnis und Ignoranz vieler Medienleute, hier im Ernst liturgische oder theologische Gastgeschenke aus Rom erwartet zu haben.

Noch absurder nehmen sich da nur die Appelle etwa des Bundespräsidenten bei der Begrüßung des Papstes aus. Christian Wulff, von dem man weiß, dass er als geschiedener Katholik persönlich unter der Zurücksetzung beim Abendmahl leidet, mahnte gerade heraus Reformen beim Zölibat, bei der Rolle der Frau und im Umgang mit Geschiedenen in der Katholischen Kirche an.

Nun ist aus katholischer Sicht die Ehe ein Sakrament, das sich die Eheleute gegenseitig spenden. Würde sich Benedikt hier also großzügig zeigen, so müsste er an Kernbestände des Glaubens heran. Es beginnt mit dem Ehegelübde, sich bis zur Scheidung durch den Tod treu zu sein, in guten wie in schlechten Tagen: Einen solchen Schwur kann man sinnvollerweise nur einmal ablegen. Zumindest, wenn man ihn ernst meint. Akzeptiert man ihn – etwa in Schröder/Fischerscher Serienauflage – , müsste er konsequenterweise in eine Art lose Bemühenszusage umformuliert werden.

Nun gut, Menschen sind fehlerhaft, aber ein Sakrament, das man gern immer wieder brechen kann, wäre kein solches mehr. Dabei ist es schon einigermaßen plausibel, die innigste Beziehung zwischen zwei Menschen, die zudem normalerweise den Fortbestand der Menschheit sichert, als geheiligt anzusehen. Im Klartext: Der Papst müsste, um Wulffs Bitte zu erfüllen, mal eben rasch eines der sieben katholischen Sakramente abschaffen. Das wird er realistischerweise nicht tun, auch wenn es sicher eine schöne Geste wäre, um auf die evangelischen Christen zuzugehen.

Noch interessanter ist aber die Begründung deutscher Reform-Katholiken für diese Forderung: Die strikte Treue passe nicht zur Lebenswirklichkeit moderner Menschen, heißt es. Da haben sie zwar recht, nur ist die Logik dahinter genauso bezeichnend wie absurd: Wenn unsere Lebensweise nicht mit göttlichen Regeln harmoniert, muss Gott halt sich und seine Regeln ändern. Wir doch nicht uns! Wenn der Glaube an Gott aber einen Sinn haben soll, dann gewiss nicht den, Gott nach unserem Bilde zu formen, damit seine Religion uns dient und Spaß macht.

Wer täglichen Trost sucht, der sich als flexible Dienstleistung unseren Gewohnheiten, Irrwegen und Zivilisationsmacken anpasst, ist im reichhaltigen deutschen Vereinsleben besser aufgehoben, als in der katholischen Kirche. Die hat sich vor 500 Jahren bewusst nicht für den Weg von Martin Luther entschieden. Wer Frauenpriestertum, Abendmahl für alle und Kondomverteilung in Afrika wünscht, hat seitdem eine Alternative.

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35 Antworten to “Es lebe der evangelische Papst”

  1. Friedrich Haye Says:

    Was hat es uns gebracht? Nichts! Außer Spesen nichts gewesen. Luther bleibt Ketzer- Ketzer für die Juden war ja auch Jesus.
    Wenn ich so auf diesen Besuch schaue, so kommt mir der Gedanke- und ich werde diesen nicht los: „Führer befiel, wir folgen Dir!“
    Katoliken- wann hab Ihr von Eurem falschen Gott die Schnautze voll ?
    Jesus sagt: „An den Werken wirst Du sie erkennen“. Ich erkenne nur Pein, Drangsall und großen Jammer in der Gegenward und in der Vergangenheit mordete diese Kirche (den größten Massenmord aller Zeiten). Deutschland wurde Entnazifiziert, weil es Sieger gab. Doch wann kommt die Entkatolisierung?
    N.B. einige Tasten klemmen auf dem Laptop, so bitte ich bei
    Fehlern um nachsicht. Danke

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    • Gerald Hütter Says:

      Bei Ihnen klemmt wohl mehr als einige Tasten auf der Tastatur. Unsere Bildungsexperten haben schon recht, wenn sie anmerken dass viele Menschen, vor allem jüngere, nicht mehr fähig sind sinnerfassend zu lesen, was in ganz besonderem Maße auf Sie zutrifft. Übrigens den größten Massenmord in der Geschichte vollbrachte wohl der Sozialismus in all seinen Formen, angefangen von Lenin, Hitler, Stalin, Mao, etc., direkt gefolgt von der Friedensreligion Islam, zudem liegen diese Taten, zumindest der ersteren nicht Jahrhunderte zurück, sondern diese sind uns noch in guter Erinnerung.

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      • rlasson Says:

        Nicht zu vergessen die Brutalität des Buddhismus, nachzulesen in dem Buch: Das Lächeln des Dalai Lama. Wie dieser Mann den Friedensnobelpreis bekommen konnte ist genauso unverständlich wie bei dem Mörder Arafat.

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      • Friedrich Haye Says:

        Der Einäugige (@Gerald Hütter) ist König unter den Blinden.

        Nicht die von Ihnen genannten sondern die anlässlich des Kolumbienbesuches des Papstes 1992 zur 500 Jahrfeier dazu
        meinte die FAZ am 13.10.92:
        Angesichts der 40-70 Millionen Opfer, mit denen die indianische Urbevölkerung für die “Begegnung” mit den Europäern zahlen mußte, kommen natürlich die Veranstalter und Befürworter der offiziellen Feierlichkeiten nicht umhin anzuerkennen, daß dieses weltgeschichtliche Datum “wie alles in der Geschichte ambivalent erscheint, gemischt aus Leistung, Versagen und Schuld”

        Der Spruch seiner Zeit: „Last am Wege Kreuze stehen“.
        Das Murksen dauerte ca 200 Jahre mit täglich bis 7000 tote Indius in Namen der Kirche. Welch ein grauen. Im übrigen entschuldigte sich der Papst mit den Wort “ er bedaure es daß es so geschah“. welch ein Hohn.

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  2. rlasson Says:

    Ich bin zwar nicht Katholik, aber sehr dankbar für das, was Papst Bebedikt XVI. gesagt hat. Was unser Bundespräsident und die ev. Kirch will, ist ein Gott der Beliebigket, der alles absegnet, was das Kirchenvolk sich wünscht, oder ebenmal so zu brauchen glaubt. Christsein aber ist keine trockene Lehre, sondern gelebte beziehung zu dem lebendigen Gott durch Jesus Christus, der uns durch seinen Tod und Auferstehung den Weg zu Gott wieder geebnet hat.

    Die Bewahrung des Glaubens sei die wichtigste gemeinsame Aufgabe der getrennten christlichen Konfessionen: „Nicht Taktiken retten uns, retten das Christentum, sondern neu gedachter und neu gelebter Glaube, durch den Christus und mit ihm der lebendige Gott in diese unsere Welt hereintritt.“

    Diese Aussage des Papstes kann ich nur unterschreiben, sie bedeutet, weg von Politik hin zur Verkündigung des Evangeliums, rein und unverfälscht.

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  3. webbaer Says:

    Icke mach das immer so, dass wenn Output klemmt, dann icke Fresse halten.

    Aonsten: Solide Betrachtung! Theologisch fundiert, sowas gibt’s ja heute nicht mehr überall.

    MFG
    Wb

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  4. alex Says:

    Einfach das Beste, was ich – betreffend dem sogenannten „Papstbesuch“ – bisher gelesen habe.

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  5. Benedikt XVI. in Deutschland | frieder Says:

    […] https://ralfschuler.wordpress.com/2011/09/24/es-lebe-der-evangelische-papst/ Share and Enjoy: […]

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  6. feydbraybrook Says:

    Die Ökumene ist doch eigentlich schon da – es gibt eben pluralistische Auffassungen über das Christentum um daß der Papst so offen das Gespräch sucht, ist ein Zeichen dafür, daß man sich nicht in jedem Detail einig sein muß und gleichzeitig Wert auf die Unterschiede im Detail legen darf. Das müssen demokratisch gesinnte evangelische Christen schon aushalten. Oder anders ausgedrückt: so, wie die Ökumene von manchen formuliert wird, wäre sie nichts weiter als Konversion.

    http://feydbraybrook.wordpress.com/2011/09/25/okumene-ist-nicht-konversion/

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  7. Ökumene ist nicht Konversion « Feyd Braybrook's Blog Says:

    […] Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema. Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. […]

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  8. IWe Says:

    Diese Zusammenfassung finde ich sehr treffend und gelungen – vielen Dank.
    @ Friedrich Haye
    „Ketzer für die Juden war ja auch Jesus“
    Jesus ist aus jüdischer Sicht kein Ketzer. Jesus spielt in der jüdischen Tradition schlicht und einfach keine Rolle. Er war ein Wanderprediger – wie viele seiner Zeit, der von den Römern umgebracht wurde. Auch das ist vielen Leuten dieser Epoche widerfahren.

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  9. geschichtswerkstatt Says:

    Ein Papst denkt in Jahrhunderten, so muß man aus römischer Sicht wohl den Eindruck haben, er sei bereits weit über seinen Schatten gesprungen. Am wahrscheinlichsten ist eine erneute Spaltung der katholischen Kirche in einen eher orthodoxen und einen ökumenischen Flügel, welcher dem Beliebigkeitsstreben vieler Gläubiger, nicht nur der Evangelikalen ein Stück entgegen kommt. Unter dem Strich wird wohl nichts Weltbewegendes dabei heraus kommen. Ich glaube nicht, daß man sich einer Religion ernsthaft verschreiben und versprechen kann, ohne dafür ein Opfer an persönlicher Freiheit und Unbefangenheit zu bringen. Wenn man so will das Gegenteil von dem, was der Papst im Bundestag ausdrückte.

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  10. Joachim Roux Says:

    Ich bin evangelisch, aber meine Tochter auf einer Katholischen Schule. Das lob ich mir beim Papst: weniger gerede und kein bequemer Schmusekurs

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  11. wahrerKatholik Says:

    Es gibt nur eine Art der Ökumene: Konvertitenunterricht!

    Daher wäre es ein angemessenes Signal des hl.Vaters gewesen allen Gemeinden die Pflicht aufzuerlegen Konvertitenunterricht anzubieten.

    Solange dies nicht passiert meint es die heilig Katholische Kirche mit der Ökumene nicht ernst.

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  12. Krischan Piepengruen Says:

    Betrifft: Teil oder Anwesenheit?
    _____________________________________

    Wulff: „Der Islam gehört zu Deutschland.“

    Benedikt: „Die Anwesenheit zahlreicher muslimischer Familien ist seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zunehmend ein M e r k m a l dieses Landes geworden.“

    Schade auch, dass die folgende Passage aus der Rede des Papstes an die Moslems so wenig analytische Beachtung gefunden hat:

    „Der gegenseitige Respekt füreinander wächst n u r auf der Basis des Einvernehmens über einige u n v e r ä u ß e r l i c h e W e r – t e, die der Natur des Menschen eigen sind, insbesondere der unverletzlichen Würde jeder einzelnen Person. Dieses Einvernehmen schränkt den Ausdruck der verschiedenen Religionen nicht ein; im Gegenteil erlaubt es jedem Menschen, konstruktiv zu bezeugen, woran er glaubt, ohne sich dem Vergleich mit dem anderen zu entziehen.
    In Deutschland – wie in vielen anderen, nicht nur westlichen Ländern – ist dieser allgemeine Bezugsrahmen durch die V e r f a s s u n g vorgegeben, deren rechtlicher Gehalt für jeden Bürger verbindlich ist, sei er nun Mitglied einer Glaubensgemeinschaft oder nicht.“

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    • Krischan Piepengruen Says:

      Bitte urteilen Sie selbst:

      Hier die Umdeutung und Verfälschung der Worte Benedikts von Barbara John (CDU), weil nicht sein kann, was nicht sein darf:

      „Zu den Muslimen hat er gesagt, sie gehören zu Deutschland. Und noch nie so deutlich gemacht wurde: Wir Gläubigen können zusammenarbeiten für den Schutz der Familie, des Lebens und für soziale Gerechtigkeit. Er hat sich damit entschieden gegen eine Stigmatisierung und Ungleichbehandlung von Muslimen gestellt.“

      Quelle:

      http://www.bz-berlin.de/papstbesuch/der-papst-ist-wieder-weg-was-bleibt-article1280919.html

      Manchmal wünschte man, es wäre Nacht und die Preußen kämen und nähmen als erste Frau John mit …

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  13. Josef Hueber Says:

    Wäre ja alles ganz schön und richtig, was Sie da schreiben, Herr Schuler. Übrigens: Ich bin, wie Sie vermutlich auch, Katholik – hoffentlich nicht nur dem Taufschein gemäß! Wäre da nicht nur etwas mehr Differenzierung angebracht, die Sie leider vermissen lassen. Es geht eben NICHT um das Eben-mal-das-Sakrament-Auflösen und Serien-Eheschließung ala Fischer als katholisch zu erklären.
    Die deutschen Bischöfe unter Vorsitz von Kardinal Lehmann ( nicht eben ein wenig differenziert denkender, auch nicht gerade abtrünniger Katholik) haben zu Zeiten des Glaubenswächters Ratzinger ein höchst sensibles Schreiben zu diesem Thema nach Rom geschickt, mit dem Hinweis, dass es sich bei der Zulassung zur Kommunion um “ besondere Einzelfälle“ handeln müsse. Konkret: schuldlos Verlassene und dgl. bedenkenswerte Fälle. Rom unter Ratzinger hat dies abgeschmettert.
    Wenn Sie hier nun indirekt die Vertreter dieser Ansicht als quasi Dummköpfe mit mangelnder Logik bezeichnen, so geht der Schuss nach hinten los. Ich weiß, es gibt ja auch die Möglichkeit der Annullierung von Ehe. Da ist man dann juristisch sauber raus. Frage: Kennen Sie nicht Fälle aus der Lebensumgebung, wo Mehrfachväter oder – mütter es geschafft haben, nach Kind Nummer 2 oder 3 den nicht vorhandenen mangelnden Ehewillen nachweisen konnten und dann nach jüngeren Partnern Umschau hielten und wieder kirchlich geheiratet haben? Wenn nicht: Sehen Sie sich mal gründlich um, dann werden Sie merken, wie sehr hier im Katholischen noch Kasuistik unterwegs ist, die letztlich enorm gewissensberuhigend wirken kann, im Gegensatz zu den Qualen, die schuldlos Getrennte und Wiederverheiratete leiden, wenn sie in Verantwortung ein neues Ja zu Kindern und deren Erziehung, zu einer verantworteten Ehe sagen. Und nochwas: Die Kirche sanktioniert sog . “ wilde Ehen“ bei ihren Angestellten, aber nicht Wiederverheiratete. Die werden – egal, welcher Hintergrund – aus dem Dienst entlassen. (Erstere ignoriert man).
    Sehen Sie – da ist durchaus Handlungsbedarf. So einfach, wie Sie das darstellen, mag es für einen Juristen erscheinen, für einen lebensverständigen Menschen jedoch nicht.

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    • ralfschuler Says:

      Ich bin Protestant. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen.

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    • alex Says:

      @hueber
      lassen Sie mich raten: Sie sind ein „schuldlos Verlassener und dgl. bedenkenswerter Fall.“
      Wenn’s a bissl Zeit hat koennen’s mir auch die „Schulldlosigkeit“ weswegen’s Sie verlassen wurden auch durch das entsprechende Dokument einer dies- oder jenseitigen Gerichtsbarkeit zukommen lassen. Zwecks Nachvollziehung Ihrer Larmoyanz.
      Ansonsten gilt: Go get a life.

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    • Joram Says:

      nun ist der Bundespräsident keinenfalls ein schuldlos Verlassener. Bei ihm haben die Hormone verrückt gespielt, als er seiner Frau für eine Tippse verlassen. Von einem Politiker, der auch eine Vorbildfunktion für die Gesellschaft hat, erwartet man etwas mehr als Zuschaustellung seines neuen Eheglücks – was einer Demütigung der verlassenen Ehefrau gleicht.

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      • rlasson Says:

        Nun, was erwartet Herr Wullf denn vom Papst? Absolution für seinen Ehebruch? Er sollte ma die Stelle im Matthäus – Evangelium, Kap. 19, Verse 1-9) lesen: „Und es begab sich, als Jesus diese Reden vollendet hatte, dass er sich aufmachte aus Galiläa und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordans;
        2 und eine große Menge folgte ihm nach und er heilte sie dort.
        3 Da traten Pharisäer zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Ist’s erlaubt, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet?
        4 Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau
        5 und sprach (1.Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden „ein“ Fleisch sein«?
        6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern „ein“ Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!
        7 Da fragten sie: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden?
        8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist’s nicht so gewesen.
        9 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.“ Eine eindeutige Aussage! Wie bitte soll der Papst das Wort Gottes aufweichen? Die Bibel ist nun mal das Wort Gottes, und es steht jedem frei, daran zu glauben, oder nicht. Aber es steht keinem zu, das Wort Gottes nach seinem Gutdünken zu verändern, oder zu erwarten, dass Gott sich dem Zeitgeist beugt.

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  14. Josef Hueber Says:

    Und das ist alles, was Sie darauf zu sagen haben? Aua. Die Missvertändnisse liegen ganz woanders!

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  15. Hermes Conrad Says:

    Wenn man sich die Schriften von Benedikt einmal anschaut, wird man feststellen, dass er sich in wesentlichen theologischen Positionen näher an Luther befindet als beispielsweise solche Leute wie Frau Käßmann. Wenn also die Käßmann-Kirche heute eine Einigung mit der Kirche von Rom wünscht, dann wird verständlicherweise von dort keine positive Antwort kommen. Wenn es nicht in der Evangelischen Kirche auch ab und zu noch ein paar Hoffnungsträger gäbe, wie z.B. den neuen Landesbischof von Niedersachsen, Ralf Meister, der sich nicht für ein rot-grünes Kirchentagschristentum stark macht, sondern sich auf die Kernaufgaben der Kirche konzentriert. Zu Luthers Zeiten war es die Katholische Kirche, die sich von der Macht korrumpieren ließ und ihre Aufgabe vernachlässigte – in den letzten Jahrzehnten war es allerdings eher die Evangelische. Da kann man sich als Evangelischer schon mal überlegen, ob man in Benedikts Verein nicht besser aufgehoben ist…

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  16. barbara Says:

    Dieser großartige Besuch des Papstes hat uns wunderbare Heilige Messen, klare Worte, Hinweise und Mahnungen für die Zukunft gebracht. Große Ansammlungen von Menschen aus allen Schichten haben freundlich und festlich gestimmt, gefeiert und gebetet. Wir haben eine bedeutende Rede im Bundestag gehört. Als Konvertitin vom evangelischen Bekenntnis in die katholische Kirche empfinde ich auch die Dämpfung euphorischer ökumenischer Geschenke an die evangelischen Gemeinschaften als angemessen. Eine Kirche der Beliebigkeit reicht.

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  17. Gerald Hütter Says:

    an Friedrich Haye: Bei Ihnen klemmt wohl mehr als einige Tasten auf der Tastatur. Unsere Bildungsexperten haben schon recht, wenn sie anmerken dass viele Menschen, vor allem jüngere, nicht mehr fähig sind sinnerfassend zu lesen, was in ganz besonderem Maße auf Sie zutrifft. Übrigens den größten Massenmord in der Geschichte vollbrachte wohl der Sozialismus in all seinen Formen, angefangen von Lenin, Hitler, Stalin, Mao, etc., direkt gefolgt von der Friedensreligion Islam, zudem liegen diese Taten, zumindest der ersteren nicht Jahrhunderte zurück, sondern diese sind uns noch in guter Erinnerung.

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    • Friedrich Haye Says:

      Das sinnerfassende vermisse ich @Gerald Hütter. Das Sie Katholisch sind (und der Glaube Sie blind macht), und nur aus diesem Winekel es sehen können, sei es Ihnen verziehen.

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  18. rudido Says:

    Ach Gott, mir hat schon die Scheinkritik der „Gutmenschen“ um Beck gereicht.

    Es ist bezeichnend, wenn die Grün_Innen der Meinung sind, dass der Papst und die katholische Kirche, nicht zuletzt durch eine veraltete Sexuallehre, welche auf Thomas von Aquin zurückginge, mit daran schuld wäre, dass pädosexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen innerhalb der Kirche nicht aufgeklärt werden könnten – so Beck!!; der Pädosexuelle Komplex, Beck – (Phönix)

    Doch, was soll man zu dieser postmodernen Logik sagen? Die katholische Kirche tritt für eine gelebte Sexualität innerhalb des Sakraments der Ehe ein. Das heißt, dass die katholische Kirche dafür plädiert, enthaltsam zu leben bis man heiratet. Geht dies nicht, sind nur in letzter Konsequenz Kondome zu verwenden.

    So what? Was ist daran menschenverachtend? Ist ein anderer Weg, ein Weg, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass rund 1,5 % der deutschen Bevölkerung über 16 Jahre für rund 70% der neu-HIV Infektionen verantwortlich zeichnet, besser – Herr Beck? Aber das ist politisch nicht korrekt, ich weiß.

    Die nächste Scheinkritik zur Rede vor dem Bundestag. Der Papst wurde von den Fraktionen der Linken, CDU/CSU, FDP, und SPD eingeladen, vor dem Bundestag zu sprechen. Der Papst ist offizielles Kirchenoberhaupt von rund 1,2 Milliarden gläubigen Menschen und der Papst ist Staatsoberhaupt von Vatikanstadt, einem weltweit anerkannten Staat. Ist es der Fehler des Papstes, wenn er die Einladung annimmt?

    Zur Scheinkritik in diversen Sendungen, zu den Demonstranten. Natürlich handelt der Papst menschenverachtend, wie auf den Plakaten zu lesen war, die Initiatoren, darunter nicht wenige homosexuelle Sadomasochisten, welche für Zeitschriften tätig sind, wo man schon einmal einen halbnackten Homosexuellen vor einem „Krematorium“ sehen kann – http://www.bifff-berlin.de/aktuell70.html – agieren natürlich nicht menschenverachtend. Wowereits „Lebensfreude pur“ Freunde natürlich nicht. Und die diversen Dummians in den Sendungen schon gar nicht, welche als Kummertante der Nation gern mal eine BDSM-Dauersklavin am Hörer als das Normalste der Welt darstellen, aber der katholischen Kirche eine menschenverachtende Sexualmoral vorwerfen. (Hart aber Fair) Ob es würdevoller ist, sich die Brüste an ein Brett nageln zu lassen oder bis zur Ehe mit dem ersten Mal zu warten, sei dahingestellt.

    Aber was solls, in Wowereits „Lebensfreude pur“ Berlin ist menschenwürdige Sexualmoral für Kinder und Jugendliche darin begründet, „SM“ nachzuspielen – http://juergenelsaesser.wordpress.com/2011/08/29/neue-compact-ausgabe-schulfach-schwul/.

    Gut ist Böse, Böse ist gut. Wie lange noch?

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  19. Friedhelm Says:

    Obwohl ich Evangelisch bin, stimme ich Ihren Ausführungen voll zu. Nur stört mich etwas der Schluss:

    „Die hat sich vor 500 Jahren bewusst nicht für den Weg von Martin Luther entschieden. Wer Frauenpriestertum, Abendmahl für alle und Kondomverteilung in Afrika wünscht, hat seitdem eine Alternative.“

    Die Reformation Martin Luthers wurde im Wesentlichen durch den ganz und gar unchristlichen Ablasshandel ausgelöst, der ein klarer Beweis des Machtmissbrauchs und der Korruption der Päpste im ausgehenden Mittelalter war. Ansonsten und auch in sachen Sakramente war Luther bestimmt radikaler als es der heutige Papst ist. Leider haben die neuen „Freiheiten“ zu der Verwässerung und Relativierung innerhalb vieler Evangelischen Kirchen, darunter die deutsche Landeskirche, geführt, die der irrigen Meinung ist, dass man zum Überleben dem Zeitgeist folgen müsse. Luther hätte mit der heutigen evangelischen Landeskirche kaum etwas gemeinsam, man würde ihn als unverbesserlichher Freikirchlicher Fundamentalist abstempeln und er stünde sicher dem Katholizismus näher als der Evangelischen Landeskirche.

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  20. Jeremias Says:

    Der beste Spruch für mich seit dem Papstbesuch:

    „Die Freigänger des vatikanischen GULAGs!“

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  21. Mr. H Says:

    Es gibt Alternativen, man muß sie nur kennen…

    http://www.alt-katholisch.de/information/kurzdarstellung.html

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  22. rlasson Says:

    Gott sei Dank ist Christsein unabhängig von Denominationen, und Christsein ist abhängig vom Wort Gottes, von der Beziehung zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes. An Jesus Christus entscheidet sich alles!

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  23. Susi Says:

    Respekt, da war der Papst in Deutschland und sagte: „Eine vom Weltlichen entlastete Kirche vermag gerade auch im sozial karitativen Bereich den Menschen, den Leidenden wie ihren Helfern, die besondere Lebenskraft des christlichen Glaubens vermitteln.“ Wie recht er hat. Staat und Kirche gehören generell getrennt.

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  24. Bruno Says:

    Wäre ja alles ganz schön und richtig, was Sie da schreiben, Herr Schuler. Übrigens: Ich bin, wie Sie vermutlich auch, Katholik – hoffentlich nicht nur dem Taufschein gemäß! Wäre da nicht nur etwas mehr Differenzierung angebracht, die Sie leider vermissen lassen. Es geht eben NICHT um das Eben-mal-das-Sakrament-Auflösen und Serien-Eheschließung ala Fischer als katholisch zu erklären.
    Die deutschen Bischöfe unter Vorsitz von Kardinal Lehmann ( nicht eben ein wenig differenziert denkender, auch nicht gerade abtrünniger Katholik) haben zu Zeiten des Glaubenswächters Ratzinger ein höchst sensibles Schreiben zu diesem Thema nach Rom geschickt, mit dem Hinweis, dass es sich bei der Zulassung zur Kommunion um “ besondere Einzelfälle“ handeln müsse. Konkret: schuldlos Verlassene und dgl. bedenkenswerte Fälle. Rom unter Ratzinger hat dies abgeschmettert.
    Wenn Sie hier nun indirekt die Vertreter dieser Ansicht als quasi Dummköpfe mit mangelnder Logik bezeichnen, so geht der Schuss nach hinten los. Ich weiß, es gibt ja auch die Möglichkeit der Annullierung von Ehe. Da ist man dann juristisch sauber raus. Frage: Kennen Sie nicht Fälle aus der Lebensumgebung, wo Mehrfachväter oder – mütter es geschafft haben, nach Kind Nummer 2 oder 3 den nicht vorhandenen mangelnden Ehewillen nachweisen konnten und dann nach jüngeren Partnern Umschau hielten und wieder kirchlich geheiratet haben? Wenn nicht: Sehen Sie sich mal gründlich um, dann werden Sie merken, wie sehr hier im Katholischen noch Kasuistik unterwegs ist, die letztlich enorm gewissensberuhigend wirken kann, im Gegensatz zu den Qualen, die schuldlos Getrennte und Wiederverheiratete leiden, wenn sie in Verantwortung ein neues Ja zu Kindern und deren Erziehung, zu einer verantworteten Ehe sagen. Und nochwas: Die Kirche sanktioniert sog . “ wilde Ehen“ bei ihren Angestellten, aber nicht Wiederverheiratete. Die werden – egal, welcher Hintergrund – aus dem Dienst entlassen. (Erstere ignoriert man).
    Sehen Sie – da ist durchaus Handlungsbedarf. So einfach, wie Sie das darstellen, mag es für einen Juristen erscheinen, für einen lebensverständigen Menschen jedoch nicht.

    +1

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    • ralfschuler Says:

      Erstens habe ich schon weiter unten einmal darauf hingewiesen, dass ich Protestant bin und kein Katholik. Zweitens habe ich gerade darauf hinweisen wollen, dass es eben nicht so einfach ist, solche Reformen anzugehen, wie manche meinen. Und drittens kann es im Falle von Religionen eben nicht so einfach funktionieren, wie im weltlichen oder politischen Alltag: Wenn eine Partei mangelnden Zuspruch hat, überlegen die Strategen neue Ausrichtungen und Programmpunkte. Wenn die Bergpredigt zu beschwerlich erscheint, kann es für ernsthafte Gläubige auch keine Alternative sein, sie flexibler auszulegen. In diesem Sinne ist der Papst als Oberhaupt noch viel enger an Wort und Gesetz der Bibel gebunden als jeder Laie, der sich gelegentlichen Alltagsdispens herausnehmen kann.
      Alles in allem habe ich also lediglich Verständnis für den Standpunkt des Papstes geäußert, auch wenn ich sehr froh bin, vieles von den katholischen Lehr-Postulaten nicht vertreten zu müssen.

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