Betr. Rückerteilung des Sorgerechts

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir beantragen, das Sorgerecht für unsere Kinder Jakob, Luise und Julius zurückzubekommen. Wir sind nicht asozial, können entsprechende Einkommensnachweise bei Bedarf vorlegen, schlagen unsere Kinder nicht und haben keine Vorstrafen. Wir wissen, dass der grassierende Ganztagswahn an deutschen Schulen nicht zu stoppen ist, würden aber dennoch gern von unserem grundgesetzlich verbrieften Recht auf Erziehung unserer Kinder („Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“ Art. 6 Abs. 2 GG) Gebrauch machen. Deshalb fordern wir:

Schule und Familie müssen vereinbar sein!

Mit Interesse haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Ganztagsschule DAS Rezept schlechthin gegen versagende Familien in diesem Land sein soll. Nun könnte man auf die – zugegeben – verstörende Idee kommen, das Versagen von Familien, müsste zunächst in den Familien behoben werden, anstatt einen staatlichen Reparaturbetrieb aufbauen zu wollen. Wenn Autos mit Serienfehlern vom Band laufen, empfiehlt sich ja auch eine werkseitige Korrektur, anstatt die Zahl der Werkstätten zu erhöhen. Aber sei’s drum.

Wir haben bislang geduldig mit angesehen, dass der Religionsunterricht in die Stunden 7 und 8 am Freitag gelegt wurde. Wir haben es geschafft, in den Musikschulen Termine nach 18 Uhr zu bekommen, um nach Ganztagsschulschluss um 17 Uhr noch die Fahrt zum Klavier-, Gitarren- und Schlagzeug-Unterricht zu schaffen. Aber jetzt ist wirklich Schluss.

Jetzt sollen wir eine unterschriebene Erklärung vom Klavier-Lehrer oder dem Pfarrer des Konfirmanden-Unterrichts in der Schule vorlegen, dass die jeweilige Aktivität mindestens zwei Stunden pro Woche fülle, anderfalls werde die Schule auf der Teilnahme an einer Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag bestehen, da dies zum „offenen Ganztagsbetrieb“ gehöre.

Sehr geehrte Damen und Herren, Töpfern, Geräteturnen oder die Umwelttheatergruppe „Kleine Helden“ sind sicher verdienstvolle Angebote für junge Menschen, die eine Beschäftigung suchen, von üblen Straßengangs ferngehalten werden sollten oder schon immer davon träumten, einer bedrohten Käferart darstellerisch Leben einzuhauchen. Wir dagegen würden gern den Konfirmandenunterricht, der im Leben vielleicht ebenso viel Orientierung geben kann, wie die „Holzwerkstatt“ oder „kreatives Tanzen“, nicht als Nachtschicht nach den abendlichen Hausaufgaben anfügen. Wir machen auch zu Hause gelegentlich Musik zusammen, können dafür aber keine beglaubigte „Zweit-Stunden“-Bescheinigung beibringen.

Natürlich weiß ich nicht, ob so läppische Beschäftigungen wie Tischtennis-Spielen, Trampolin-Springen oder mit dem Hund rausgehen in dem staatlichen Rahmenplan für anspruchsvolle Ganztagsangebote berücksichtigt werden können. Trotzem beantragen wir hiermit die Wiedereinsetzung in unsere Elternrechte und eine ausnahmsweise Befreiung vom bundesweiten Elternvermeidungsprogramm für Heranwachsende. Da unsere Kinder bereits älter als drei Jahre sind, fällt dafür auch kein Betreuungsgeld an.

In der Hoffnung auf wohlwollende Bescheidung verbleiben wir mit freundlichen Grüßen…

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17 Antworten to “Betr. Rückerteilung des Sorgerechts”

  1. frauschmockheim Says:

    Danke!

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  2. Roithamer Says:

    Ganztagsschulen sind kein Zwang. Und ne Berechtigung für Freizeit habe ich für meinen Sohn auch nie beibringen müssen.
    Aber wer Angebote des Staates schon deshalb als Zwang ansieht, weil er mit ihnen Geld sparen kann, hat keine bessere Welt verdient.

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    • ralfschuler Says:

      Erstens hat hier kein Mensch von Geld gesprochen. Zweitens weiß ich wirklich nicht, was Ganztagsschulen mit einer „besseren Welt“ zu tun haben. Und drittens sind Ganztagsschulen natürlich Pflicht (Zwang) – wenn man eine Ganztagsschule einrichtet, ist ganztags Schule und damit auch Schulpflicht. Sonst könnte man sich ja auch vormittags von Mathe abmelden. Ich finde es gut, wenn die Schule Angebote macht. Aber ich möchte die Freiheit haben, diese nicht anzunehmen, wenn meine Kinder und ich andere Vorstellungen von der gemeinsamen Freizeit haben. Aber da Schule ja Ländersache ist, haben Sie womöglich andere Erfahrungen gemacht. Unsere Vorstellung von Kindheit ist jedenfalls eine andere als die von ganztägiger organisierter Beschäftigung.

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      • Roithamer Says:

        Also bei uns in Deutschland ist es so, dass es sowohl Ganztags- als auch Halbtagsschulen gibt und die Eltern frei wählen können. Entscheiden sie sich dafür, ihr Kind auf eine Ganztagsschule zu schicken, muss dieses natürlich auch den ganzen Tag hin. So ist das halt. Aber man kann während der Schulzeit das Kind auf eine Halbtagsschule wechseln lassen.

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      • ralfschuler Says:

        Erstens gibt es aber Schulen, die sich aus Gründen der finanziellen Förderung bei laufendem Betrieb dazu entscheiden, auf Ganztag umzustellen, da nimmt man sein Kind dann nicht aus der vertrauten Umgebung, sondern versucht es erst noch. Und zweitens spricht auch mitunter das Schulkonzept oder die Tatsache, dass es sich um die einzige konfessionelle Schule weit und breit handelt, dafür, auf der Schule zu bleiben.

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  3. Henning Schluß Says:

    Wir haben unsere Kinder jetzt auch vom Hort abgemeldet, nachdem dort sogar noch die Hausaufgabenbetreuung auf den späten Nachmittag verschoben wurde. Seit dem ist es viel entspannter zu Hause und die allnachmittäglichen Geschichten der Kinder von Christenlehre bis Musikunterricht und Ballett sind leichter zu organisieren. Dennoch wäre ich froh, wenn es in Oranienburg zumindest eine staatliche Ganztagsschule gäbe und man die frei anwählen könnte, wenn man das wollte. Weder aber gibt es eine solche Schule, noch ein freies Wahlrecht, sondern enge Schulbezirke.

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  4. FranKlin Says:

    Lieber Herr Schuler, danke für Ihren kritischen Beitrag! Obwohl ich viele Ihrer Gedanken sehr schätzens- und teilenswert finde, würde ich gern den Ausgangspunkt einer Kritik ein wenig verschieben: Was will eigentlich der junge Mensch? Was ist eigentlich in SEINEM Interesse, mit seinen Grundrechten, seiner Würde, die es zu achten und schützen gilt, seinem Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, seiner Freiheit? Meiner Meinung nach sollten weder der Staat, noch Schulen, noch Eltern noch sonstwer einem jungen Menschen vorschreiben, wie er sich zu bilden hat. Dürfte ein junger Mensch sich Ihrer Meinung nach auch den Vorstellungen der Eltern entziehen, ihre Erwartungen enttäuschen? Anstatt das Sorgerecht wie einen Spielball hin und herzuschmeißen und damit den jungen Menschen – den „Minderjährigen“, den „Zögling“, das „Kind“ – zum Erziehungs-Objekt der Erwachsenen zu machen, würde ich mir wünschen, ihn zum Rechtssubjekt zu machen, dessen Grundrechte von allen seiten zu achten sind. Bildung solle ihm ermöglicht werden. Seiner Persönlichkeitsentfaltung sollte möglichst nichts i Wege stehen. Dieses ERMÖGLICHEN sollte Aufgabe des Staates sein (kein Erzwingen, „Fördern“). Denn nur gesund heranwachsende Menschen können wirklich zur Gesundung unserer Gesellschaft beitragen. Besteht daran eigentlich Interesse?
    Herzlichen Dank und Gruß

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    • ralfschuler Says:

      Da sind wir nah beieinander, auch wenn ich nicht ganz sicher bin, ob Sie da vielleicht ein wenig idealistisch unterwegs sind. In diese Entfaltung ihrer eigenen Vorlieben müssen Kinder ja auch erst hineinwachsen, so dass es nie ganz ohne Lenkung geht. Ich bin auch nicht sicher, ob das wünschenswert wäre. Aber ich sehe es wie Sie: Es geht darum, Angebote zu machen, um möglichst keine Wurzel, die sich ins Leben hinaus streckt, ohne fruchtbaren Boden zu lassen. Wo kein Interesse besteht, muss man aber auch nicht manisch versuchen, die Kinder in Richtungen zu drängen, in die es sie selbst nicht drängt.
      Allerdings gibt es daneben aus meiner Sicht auch ein Grundgerüst an Wissen, Kulturtechniken, Charaktereigenschaften, die sozusagen zur grundlegenden Arbeitssoftware gehören und an die Kinder herangeführt werden sollten. Den Rest meistern sie dann in der Tat allein.

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      • FranKlin Says:

        Angesichts dessen, woran manche Menschen glauben, mag ich vielleicht idealistisch klingen… aber zum Punkt Grundgerüst: Ich stimme Ihnen vollkommen zu! Aber, jeder Mensch ist von Geburt an interessiert an dem Wissen derer um ihn herum und an der Kultur (mitsamt Ihrer Kulturtechniken), die ihn umgibt. Schauen wir uns aber mal genau an, welche ihn umgibt: Eine künstliche Umgebung, in der Gleichaltrige in einen Raum eingepfercht werden zusammen mit einem Erwachsenen… was hat das mit der Vielfalt des Lebens und unserer Welt zu tun? – über die dann nur „geredet“ und „gelehrt“ werden kann. Was „erleben“ sie, wie erleben sie die Welt? Erleben sie sie nicht aus einem Sinnzusammenhang herausgerissen? Was lernen sie von dem, was sie beobachten? „Kultur“ und menschliches Zusammenleben sollte gelebt(!) werden, nicht „vermittelt“, „erklärt“, im künstlichen Kontext „geübt“ – künstlich hergestellt?… in der Schule werden die (sozialen und anderen) Fertigkeiten gelernt, die für das Überleben in der Schule notwendig sind (oder u.U. nicht einmal das?). Wird nicht Schulkultur mit der Wirklichkeit verwechselt (dann wäre es ja kein Wunder, wenn die einstigen Schüler diese dann als Erwachsene weiterlebten – ein fortlaufender Kreislauf)? Kann in einem institutionellen Rahmen an dieses Grundgerüst herangeführt werden? Vielleicht! Vielleicht nicht! Aber warum „heranführen“? Warum nicht im wahren Leben jedem Menschen ermöglichen, heranzutreten und sie sich selbst anzueignen? Wir lernen nur das wirklich, was wir brauchen und was uns sinnvoll erscheint. Und was wir lernen wollen, dazu muss uns niemand nötigen. Und abgesehen davon: jede Art der Lebensgestaltung, die die Würde der beteiligten (hier: jungen) Menschen nicht achtet, widerspricht einer freiheitlichen Demokratie – die wir doch sein wollen, oder nicht? – Danke für Ihre Diskussionsbereitschaft!

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    • Th. Hofmann Says:

      Kinder sind in Deutschland Rechtssubjekte. Fast alle Grundrechte berechtigen sie direkt. ABER, Ihre Vorstellungen sind insoweit zu idealistisch als Kinder von Natur aus Menschen sind, also faul, böse, neidisch, leicht zu reizen, etc.

      Die Eltern haben daher das Elterngrundrecht auf Erziehung, um diese „Makel“ zu minimieren und dadurch erst das gemeinsame Lernen zu ermöglichen. Die Eltern – und nicht der Staat – haben es, weil wir da besonders vor ’45 schlechte Erfahrungen gemacht haben: Es ist besser, manche Eltern machen es gut, andere machen es schlechter, als wenn der Staat es einheitlich schlecht macht und so die Chance bekommt, die Kinder auch noch propagandistisch zu indoktrinieren oder zu brechen. Nicht umsonst genießt eine deutsche Familie bereits Asyl in den USA, weil manche Bundesländer die Schulpflicht zu sehr ausdehnen.

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      • FranKlin Says:

        Sehr geehrter Herr Hofmann, meinen Sie das ironisch oder ist das Ihre Meinung (die Frage ist mehr rhetorisch, denn ich denke, sie selbst beantworten zu können)? Ich bin erschüttert über das, was sie über die angebliche Natur des Menschen schreiben! Dieses Menschenbild liegt der Schwarzen Pädagogik zugrunde. Und ich möchte hinzufügen – da Sie selbst es erwähnen – dass eben genau diese „Erziehung“ zur Minimierung der „Makel“, wie Sie es nennen, zu den vor 1945 gemachten „schlechten Erfahrungen“ beigetragen hat! Puh, für mich ist das wirklich schwer verdaulich, was Sie da schreiben. Daher, nichts für ungut, wir brauchen sicher nicht darüber zu diskutieren, unsere Ansichten trennen vermutlich Welten. Alles Gute!

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  5. Feldheld Says:

    Die normalen „Halbtags“-Schulen verkommen meiner Erfahrung nach ebenfalls zunehmend zu Ganztags-Schulen. Allerdings liegen dem vermutlich eher organisatorisches Unvermögen bzw. die Verlagerung der Schule von einem Ort zur Ausbildung von Kindern zu einem Ort zur menschenwürdigen Beschäftigung und Selbstverwirklichung von Lehrern zu Grunde.

    Ich kann mich nicht erinnern, zu meiner Schulzeit öfter als vielleicht einmal pro Woche am Nachmittag Unterricht gehabt zu haben, und meist war das Sport. Heute hat die Mehrzahl meiner Nachhilfe-Schüler an der Mehrzahl der Wochentage nachmittags Unterricht, dafür dann an den Vormittagen entsprechende Lücken im Stundenplan.

    Sehr kreativ ist auch die Verteilung der Fächer über die Woche: zum Beispiel Mathe am Mittwoch und am Donnerstag. Oder im Mathe-Grundkurs abwechselnd mal 2 und mal 4 Wochenstunden.

    Nebenbei geht dieser Nachmittags-Unterricht auf Kosten von Hausaufgaben, die bei den Lehrern freilich schon aus anderen Gründen erheblich an Popularität verloren haben.

    Keine großen Zeiten für das deutsche Bildungswesen.

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  6. Th. Hofmann Says:

    Danke für die klaren Worte!

    Pingback:https://www.facebook.com/photo.php?fbid=378859912182080&set=a.376467742421297.78895.376464622421609&type=1

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  7. Robin Urban Says:

    Ich finde der Nutzen der Ganztagsschule, gerade bei Kindern aus zerrütteten oder bildungsfernen Elternhäusern, übersteigt den angeblichen Schaden enorm, zumal es in meinen Augen recht unmöglich ist, als Außenstehender das „Versagen“ einer Familie in der Familie selbst zu beheben. Wie soll das gehen? Der Staat kann die Kinder nur dort abholen, wo er sie unter seiner Fittiche hat, und das ist die Schule.

    Zwar ist das Konzept noch sehr überarbeitungswürdig, doch glaube ich fest daran, dass die Ganztagsschule (die bis spätestens 4 Uhr geöffnet haben sollte, nicht bis in den späten Abend hinein) das einzige Konzept ist, das die Gesellschaft noch retten kann, sofern es richtig durchgeführt wird, was ich leider bezweifle.

    Fraglich allerdings auch, ob eine Überreizung mit christlichen Heilsversprechungen den Kindern mehr bringt als das Beisammensein mit ihren Mitschülern, egal welchem Projekt sie sich gerade widmen. Es wäre natürlich schön, wenn es sich dabei um etwas handelt, was produktiver ist als das Tanzen einer Käferart – andererseits ist Konfirmantenunterricht auch nicht gerade produktiv.

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    • ralfschuler Says:

      Die praktische, verwahrende Funktion der Ganztagsschule sehe ich wohl, die gesellschaftsreparierende, die Sie ihr zusprechen, sehe ich nicht. Zum einen zeigen alle Studien, dass das Anschlagen solcher Reparaturbemühungen nicht funktioniert, wenn das Elternhaus zerrüttet ist und das Bindungsgeflecht dorthin fehlt. Zum anderen ist es eben nie das Gleiche, ob man mit Mama Bouletten knetet oder einen Ernährungskurs am Nachmittag besucht.
      Sicher kann man dort, wo eine Familie zerrüttet ist, nicht mehr nachträglich hineinregieren. In dem Wahn, Betreuung sei vermeintlich fortschrittlich, vor allem, weil sie den Eltern die ungehinderte, erfüllende und geldbringende Erwerbsarbeit erleichtert, wurde völlig unterlassen daran zu erinnern, dass ohne das Kleinkraftwerk Familie in der Gesellschaft nichts geht. Nicht am Anfang bei der Kinderbetreuung, die staatlich ein Ersatz sein kann, und nicht am Ende, wo keine Pflegeversicherung der Welt ohne Familienhilfe auskommt.
      Es kommt darauf an, dieses Bewusstsein dauerhaft wach zu halten und in der praktischen Politik jede Entscheidung auf den Prüfstand zu stellen, damit nicht die Familie zum Hilfsvehikel der Arbeitswelt wird, sondern Arbeit, Dienstleistungen und Gesellschaft sich an den Familien ausrichten.
      Ich habe bei unseren Kindern sehr viele Klassenfahrten mitgemacht, was so ziemlich das Intensivste ist, was man an Real-Life-Lektionen bekommen kann. Die Erfahrung ist, dass die beste Schule damit überfordert ist, neben der Wissensvermittlung auch noch Sprache, soziale Kompetenz, Kulturtechniken und Bindungsfähigkeit zu vermitteln. Und selbst wo das ansatzweise gelingt, besteht die Gefahr, dass diese Kinder später schon nicht mehr wissen, dass diese Aufgabe eigentlich in die Familie gehört, sondern selbstverständlich davon ausgehen, dass ihnen das eine Einrichtung abnimmt. Mit anderen Worten, wir begeben uns in eine Spirale eines staatlichen Erziehungswesens, dessen Überforderung programmiert ist und das wir ehrlicherweise in der erforderlichen Qualität auch weder in der Lage noch bereit sind zu bezahlen (Steuern, Schulgeld, Essengeld etc.)
      Was den Wert von Konfirmandenunterricht betrifft, so hoffe ich, dass Sie da bei Ihrer Einschätzung auf mehr als nur theoretische Erfahrungen zurückgreifen können. Außerdem bestehen Kindheit und Jugend nicht nur aus Arbeitsgemeinschaften und organisiertem Tagwerk, sondern auch aus Zeit mit Familie und Geschwistern – von der man uns beim beschriebenen Beispiel offenbar permanent entlasten will – sogar bis ins Wochenende hinein.
      Dagegen verwahren wir uns.

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  8. Corinna Says:

    Der Artikel an sich gefällt mir wirklicht gut, toll geschrieben.
    Klar hat man die Wahl sein Kind auf eine Ganztagsschule zu schicken oder auf eine „Normale“. Wenn man sich für die Ganztagsschule entscheidet ist es ja logisch dass das Kind viel Zeit dort verbingt. Trotzdem finde ich sollte man nicht dazu genötigt sein alle Angebote annehmen zu müssen, Ganztagsschule hin oder her.
    Die freie Schulwahl hat man ja sowieso kaum noch, da selbst die normalen Schulen regelmäßig bis in den späten Nachmittag hineingehen. Mit anschließenden Hausaufgaben ist der Tag dann gelaufen. Das sehe ich an meiner kleinen Schwester und diese Entwicklung kann für die Kinder einfach nicht gut sein, denn, wo bleibt da eigentlich noch die unbeschwerte Kindheit??

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  9. A. Rosebrock Says:

    Meine Petition und Aktion – seit 2007.
    http://www.glmk.de/ganztag/

    Der „Ganztagswahn“ wird immer mehr.
    Nach den differenzierten Interessen und Bedarfen der Familien fragt man nicht mehr – alles wird über einen Kamm geschert. Und „schön geredet“ ohne Ende.
    Ich habe einen Familienfragebogen erstellt zwecks differenzierter Erfassung der Befindlichkeiten und des Bedarfs von Familien. Aus denen man dann eine Angebotspalette erstellen könnte.
    http://www.glmk.de/familienfragebogen/

    Und ich habe diese Politik – die die Bedeutung der Familienarbeit so negiert und allein die Erwerbsarbeit verherrlicht – satt wie Sie!
    A. Rosebrock, Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“

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