Die Alternativen und Deutschland

Demokratie ist die Herrschaft der Mittelklugen. Bestenfalls. Die Bekloppten werden weggekürzt, und auch die Genialen bekommen keine Mehrheit. Der Blödsinn, den der Rest verzapft, reicht völlig.

Nach all den Jahren, in denen der Bundesfinanzminister immer neue Allzeit-Hochs bei den Steuereinnahmen vermeldete, finden es zum Beispiel die Grünen plausibel, mit der Ankündigung von Steuererhöhungen in den Wahlkampf zu ziehen. Weil man ja Geld für Bildung und Betreuung brauche. Naiv und irgendwie drollig retro, wer da anmerkt: Ein gutes Projekt berechtigt noch lange nicht zum Griff in die Tasche der Bürger. Und die old-school-Variante, nur das Geld auszugeben, was man hat, war Bundesdelegierten der Grünen nicht einmal eine Debatte wert. Dem Rest Europas empfehlen wir allerdings auch weiterhin, so zu verfahren…

Oder nehmen wir den irren Streit um die Benennung des Platzes vor dem Jüdischen Museum in Berlin nach dem Philosophen Moses Mendelssohn. Weil die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg eine Quotierung bei Straßennamen durchgesetzt haben, kann der gute Mendelssohn nichts aufs Straßenschild. Kompromissvorschlag der SPD zur Güte: Frau Mendelssohn soll mit aufs Straßenschild. Einfach so. Dieser Mann ist nur gültig mit Gattin. Das Schlimme: Dies ist gar keine Satire auf öko-grüne Spinner, die die Weltgeschichte rückquotieren wollen. Es ist die Realität.

Selbst der Bundesverkehrsminister lässt es inzwischen geschehen, dass in der Straßenverkehrsordnung die Grammatik Kabolz schießt. „Rad fahrende“ und „zu Fuß Gehende“ sind dort nach neuester Überarbeitung in geschlechtergerechtem Deutsch nun unterwegs – ausschließlich in Gruppen, weil nur der Plural hinreichend neutral ist in den Augen der zuständigen Ladies und Gender-Man. Dass das grammatikalische Geschlecht im Deutschen mit dem biologischen nichts zu tun hat, darf man gern privat in die heimische Nasszelle rufen, in der Öffentlichkeit hat man mit läppischen Hinweisen auf die Realität längst verloren.

Eher mittelklug dürfte auch das aktuelle Geholze der etablierten Parteien gegen die Euro-kritische Alternative für Deutschland sein. Besseren Wahlkampf kann sich die Neu-Partei eigentlich nicht wünschen. Wie vor Einführung prognostiziert, steckt die EZB im Dilemma, für Deutschland die Zinsen erhöhen und für Südeuropa senken zu müssen, die Wirtschafts- und Sozialstandards sind nicht auf einen Nenner zu kriegen und das rational ganz offensichtlich unumgängliche Sparen im verschuldeten Süden reißt die Volkswirtschaften dort immer weiter in die Krise. Aber Europa und der Euro sind nach Ansicht aller im Bundestag vertretenen Parteien auf einem „guten Weg“. Fragt sich nur, wohin. Anstatt die nun wahrlich nicht unbegründeten Sorgen der Menschen aufzunehmen, wird allseits nur gegen die Alternative gebolzt.

Demokratie ist die Herrschaft der Mittelklugen. Aber manchmal haben auch die knapp darunter das Sagen…

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2 Antworten to “Die Alternativen und Deutschland”

  1. Spruance Says:

    Ein guter Weg ist nach meinem Verständnis einer, auf dem das Fortkommen angenehm ist, auch wenn er schnurstracks über die Klippe führt. Der Andere wäre halt der richtige gewesen.

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  2. Alternativer Newsletter - AfD Parteibasis Says:

    “Entscheidend ist was gemacht wird – nicht was im Parteiprogramm versprochen wird!” Lesen Sie mehr über die „Überflieger“ auf der Landesliste Bayern, über die innerparteiliche „Demokratie“. Wir aben es in der AfD Bayern erlebt.
    http://alternativernewsletter.wordpress.com/

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