Die Moral der anderen: Die Grünen und ihre Kindersex-Debatte

Wer sich entschuldigen will, sollte ein Wort meiden: ABER.

Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der Grünen, hat Frauen der Union in einem Brief geantwortet, die die mangelnde Distanzierung der Spitzen-Grünen von den Kindersex-Thesen ihrer Partei kritisiert hatten.

Es habe in den 80er Jahren „schlimme Verirrungen“ gegeben, schreibt Göring-Eckardt. Ohne Übergang fügt sie an: „Ich sage aber auch ganz klar: Hören Sie auf mit diesem Thema Wahlkampf zu machen!“

Die grünen Verirrungen ein Tabu-Thema im Wahlkampf? Ausgerechnet eine Partei, die vom Essen bis zur Fortbewegung den Alltag der Menschen reglementieren möchte, will das elementare Thema ihres Menschenbildes aus dem Wahlkampf heraushalten.

Das ist absurd.

Denn in Wahrheit geht es den Grünen noch immer darum, hergebrachte Normen über Bord zu werfen und durch selbstgemachte neue zu ersetzen. Selbst nach den schlimmen Pädosex-Entgleisungen der 80er Jahre will die Grüne Jugend noch immer die bürgerliche Ehe schleifen, aus dem Grundgesetz streichen. Einsicht sieht anders aus. Mehr als ein Grund, darüber im Wahlkampf zu sprechen.

Wo denn sonst?

ABER Göring-Eckart fordert nicht nur einen von unangenehmen Fragen unbehelligten Wahlkampf für ihre Partei, sie geht auch im gleichen Schreiben wieder in das, was sie für Offensive hält: Die Sexualmoral der alten Bundesrepublik habe damals für viel Leid gesorgt schreibt sie. Außerdem hätte die Union sich lange gegen klare Gesetze gegen die Gewalt in der Ehe gesperrt, blockiert, behindert.

ABER: Wer einen Fehler gemacht hat, sollte nicht beim Entschuldigen schon auf andere zeigen!

Die Fehler anderer entschuldigen nichts. Man ent-schuldigt sich nicht, indem man andere be-schuldigt.Außerdem geht es bei der Sexualmoral von einst und bei der Gewalt in der Ehe um Konflikte unter Erwachsenen. Die angestrebte Strafbefreiung der Pädophilie ist Missbrauch wehrloser, schutzbefohlener Kinder. Im Klartext: Die Grünen sehen sich noch immer als Inhaber einer besseren, „moderneren“ Moral. Das macht ihre Entschuldigung unglaubwürdig.

Wer sich entschuldigen will und muss, sollte sich entschuldigen. Ohne wenn und vor allem ohne ABER! Wenn dies glaubwürdig sein soll, sollte gerade bei den Grünen auch einen Augenblick lang die Einsicht durchschimmern, dass es manchmal gut ist, den bestehenden unbequemen Moral-Kompass der Gesellschaft erst einmal zu verstehen, bevor man ihn krachend umstürzen will.

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5 Antworten to “Die Moral der anderen: Die Grünen und ihre Kindersex-Debatte”

  1. paedophilie Says:

    „[…] Außerdem geht es bei der Sexualmoral von einst und bei der Gewalt in der Ehe um Konflikte unter Erwachsenen. Die angestrebte Strafbefreiung der Pädophilie ist Missbrauch wehrloser, schutzbefohlener Kinder. […]“

    Die haben den entscheidenden Unterschied herausgearbeitet. Das haben die Grünen aber noch nicht begriffen. Ich schäme mich für meine ehemalige Partei, besonders für die Herren Cohn-Bendit, Beck, Bütikofer und Trittin. Wenn Damen wie Göring-Eckardt, Roth, Künast pp. nicht die Kraft finden, diesen Herren Paroli zu bieten und lieber zum Gegenangriff übergehen, ist fremdschämen angebracht. Was ist nur aus meinen Grünen geworden? Ich weine blutige Tränen. VG, http://paedophilie.wordpress.com/

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  2. Trittin, #trittab! | paedophilie Says:

    […] Widerspruch kommt wieder nur von Außen (Ralf Schuler) und rückt Bündnis’90/Die Grünen an die Grenze zur […]

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  3. Erststimme CDU - Zweitstimme AfD! - Magnus Becker Says:

    […] ) “Die Moral der anderen: Die Grünen und ihre Kindersex-Debatte” (ralfschuler.wordpress.com) “Aufruf und grüne Opferhotline jetzt einrichten” (juliaweiler.wordpress.com) […]

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