Liebe Parteisoldat*innen,

schön, dass wir uns in den kommenden Wochen und Monaten wieder öfter sehen, hören und lesen. Der Wahlkampf kommt langsam auf Touren, und da kann man auf Twitter, Facebook, Google+ & Co gar nicht oft und plump genug den eigenen Laden loben.

Weil es die vielen Nörgler im Netz ja immer wieder vergessen, muss man Konjunkturkurven posten, Arbeitsmarktstatistiken, Euro-Kurse… Aber bitte nicht in die Haare kriegen, ob dieser Aufschwung nun der Kanzlerin gehört, dem Wirtschaftsminister, der Niedrigzinspolitik von Draghi oder Gerhard Schröder.

Die Kanzlerin kann man natürlich nie genug loben. Und ohne die SPD gäbe es selbstverständlich keine soziale Gerechtigkeit. Was außerdem immer geht: Gegen Nörgler und Mießmacher wettern, selbst kraftvoll auf Zuversicht setzen und nicht unverantwortlich mit den Ängsten der Menschen spielen.

Wichtig ist auch, jeden zu entlarven, der etwas sagt, was auch schon ein AfD-Mensch mal irgendwo gesagt hat. Schlimmer noch: Wissen Sie eigentlich dass Beatrix von Storch diesen Tweet geliked hat! Stehmirbei! Was auch immer geht: Das treibt nur den Rechten die Wähler zu! Und nicht vergessen: Trump ist doof, der Brexit schlecht und Putin der Henker von Aleppo. Oder der tollste Hecht der Weltgeschichte. Je nach Publikum. Da muss man halt flexibel sein.

In der DDR habe ich viel über Kriecher und Claqueure in geschlossenen Regimes gelernt, nach der Wende über solche in offenen.

Da sind zum Beispiel die, die immer erst nach Wahlen schon vorher gewusst haben, dass es schiefgeht. Vor den Wahlen erkennt man die späteren Verlierer übrigens daran, dass sie auf die Mobilisierung der noch Unentschiedenen oder auf die Briefwähler setzen und darauf verweisen, dass die Partei auch 19-hundertsiebenundzwölfzig auf genau diesem Umfrage-Level war und anschließend bei den Kommunalwahlen in Hessen alle Großstädte gewonnen habe. So! Nimm’ dies, Nörgler!

Kurz: Ich freue mich auch in den nächsten Monaten darauf, dass all die Leute, die vor den Landtagswahlen 2015 von Schubumkehr im Schlussspurt schwärmten, bei Brexit und Trump falsch lagen, jetzt einfach mit dem Rechthaben weitermachen und Timelines und Kommentarforen mit unverbrüchlichem Vertrauen in den eigenen Verein zupflastern. Es lebe die ideologische Wetterfestigkeit! (*) Die rhythmischen Parteitagsklatscher, Hurra-Twitterer und Jubel-Poster… Seid umschlungen!

* Wer den Schöpfer dieses Slogans kennt, weiß, was ich meine! 🙂

 

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3 Antworten to “Liebe Parteisoldat*innen,”

  1. Thomas Says:

    So isses! Ich freue mich am meisten auf die tollen Wahlplakate. Nichts ist schöner als im morgendlichem Berufsverkehr alle paar Meter in diese Gesichter zu schauen. Dagegen sind die Bildchen auf den Zigarettenschachteln geradezu anheimelnd!

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  2. davboe Says:

    Hat dies auf Im Erziehungswunderland. rebloggt und kommentierte:
    Die Zeit meines aktiven Engagements in in der Politik (Wahlplakate einkleistern, Briefe frankieren und Gespräche führen) ist vorbei.

    Auch damals gab es „Warm-ups“. Aber für diese CDU-Vorsitzende kann ich mich schon lange nicht mehr erwärmen.

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  3. Dovile Says:

    http://facebook.com/dovile.sakaliene Dovile.Sakaliene@lrs.lt

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