Selbstredend

Ralf Schuler

Jahrgang 1965

geboren in Berlin-Köpenick

Theodor-Wolff-Preis 1993

erste journalistische Tätigkeit bei der Neuen Zeit, später frei für ZEIT, F.A.Z., Tagesspiegel, von 1995 an Redakteur DIE WELT

Von 1998 bis Februar 2011 Politikchef (zuständig für Spezial-Beilage) der Märkischen Allgemeinen in Potsdam

Heute Chefkorrespondent im Parlamentsbüro der BILD-Zeitung

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49 Antworten to “Selbstredend”

  1. AndreasA Says:

    Sehr geehrter Herr Schuler,

    gerne möchte ich Sie auf einen Blog hinweisen, bei dem Sie noch einiges dazulernen können und Ihr „Interview“ der WELT vorgestellt wird:

    http://blasphemieblog2.wordpress.com/2010/12/27/newsticker-am-27-12-2010/#comment-7999

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  2. Rüttgers-Freund Says:

    Hallo Herr Schuler,

    zu Ihrem Artikel „Muttis Dümmster“ in der BILD-Zeitung: Ich war doch etwas enttäuscht, dass Ihr Beitrag offensichtlich sehr vom Spiegel-Artikel des Herrn Feldenkirchen inspiriert gewesen ist. Schreiben Sie doch mal über „Plagiate“ – das wäre mal was.

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    • ralfschuler Says:

      Lieber Rüttgers-Freund,
      vielen Dank die freundliche Anregung. Diese Episode ist ja nun wirklich überall hoch und runter gelaufen und keine exklusiv-Beobachtung von Feldenkirchen. Aber viel schmeichelhafter wäre die Bilanz auch mit einem anderen Einstieg nicht geworden – falls Sie nicht nur ein Freund von Rüttgers, sondern auch von Röttgen sind.
      Bitte bleiben Sie bei Ihrer Lektüre-Kombination aus Magazin und Tageszeitung…

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  3. Kolumbien-Freund Says:

    Sehr geehrter Herr Schuler,
    Wie war denn Ihr „Abenteuer-Trip“ nach Kolumbien – haben Sie es überlebt? War aufregend, bestimmt! Aber das gefährlichste war doch bestimmt das „Foto-Shooting“ in der Präsidentenmaschine, nicht wahr?

    Wie kommen Sie dazu Bogotá als die „kriminellste Stadt der WELT“ – wohlgemerkt der WELT hinzustellen? Waren Sie schon mal öfter in der „WELT“ unterwegs? Haben Sie vor Ihrer Reise nach Kolumbien mal recherchiert, wohin Sie reisen?

    Wissen Sie, dass Kolumbien sich wandelt? Wissen Sie, dass Kolumbien eine der meist wachsenden Wirtschaften der Welt hat? Wissen Sie, dass Kolumbien immer sicherer wird? Und wissen Sie, dass immer mehr Touristen (übrigens hat auch Bild.de schon einmal sehr positiv darüber berichtet) den Weg in dieses vielfältige Land finden, in dem die Menschen Fremden so offen und freundlich begegnen?

    Waren Sie vorher schon einmal in Kolumbien? Ohne einen ganzen Tross von Sicherheitsmännern um Sie herum?

    Wie war Ihr Eindruck, als Sie dann in dieser „gefährlichsten Stadt der Welt“ standen und es passiert so rein gar nichts?

    Ich freue mich sehr, davon zu hören.

    Ihr Kolumbien-Freund

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    • ralfschuler Says:

      Sehr geehrte Frau Müller,

      ich freue mich, dass Kolumbien so leidenschaftliche Unterstützer hat. Auch der Bundespräsident hat sich ja sehr für das Land ins Zeug gelegt. Aber ganz wollen wir die Fakten ja dann doch nicht aus dem Blick verlieren.

      Die Mordrate ist die offizielle – ich habe sie nicht einmal angezweifelt. Dass es vor Jahren noch 100 Morde auf 100 000 Einwohner waren, ist eine gute Entwicklung aber noch kein Grund zum Applaus. Veracruz, wo die Altstadt-Tour losging, ist nachts eine No-Go-Area, und die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sind für gewöhnlich auch nicht ganz aus der Luft gegriffen.

      Dass die Sicherheitsleute um uns herum bis an die Zähne bewaffnet waren, Scharfschützen auf den Dächern lagen und Milizen das ganze Viertel abriegelten, könnte auch seine Bewandtnis haben.

      Gerade weil ich vorher recherchiert habe, konnte ich in den allgemeinen, auch politisch gewollten Jubel nicht mit einstimmen. Wen auch immer man in Bogota und Kolumbien anspricht – die Kriminalität ist nach wie vor das Problem Nummer ein. Einen Großteil der Horrorgeschichten habe ich gar nicht erwähnt, auch die wilden Tipps nicht, wie man sich gegen Überfälle, Abzocke, Entführung etc. wappnen solle.

      Ich würde mich freuen, wenn Kolumbien die Entwicklung nähme, von der alle derzeit reden. Aber ein Stück Weges ist es schon noch.

      Beste Grüße aus Bogota

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      • MarcoMarco Says:

        Herr Schuler, sie behaupten, dass „…Gerade weil ich vorher recherchiert habe, konnte ich in den allgemeinen, auch politisch gewollten Jubel nicht mit einstimmen..“ Ihr Artikel über Bogota ist so in keiner Weise zutreffend. Die Situation ist definitiv in keiner Weise wie von Ihnen beschrieben. Es ist schlicht und ergreifend nicht zutreffend. Ich habe Jahrelang in Bogota und Medellin gelebt. Kolumbien hat sich in den letzten 10 Jahren grundsätzlich gewandelt. Die Sicherheitslage ist in einigen Bereichen Kolumbiens besser als zum Beispiel in Venezuela, Brasilien, Peru oder Chile.

        Ich bin einigermaßen Fassungslos über Ihren Artikel. Warum diese Desinformation, warum dieser Hass auf Kolumbien? Warum diese offensichtliche Lust mit Falschinformationen ein Land schlecht zu reden? Warum tun Sie den Menschen, die müde sind im Ausland schlechtgeredet zu werden, dies an?

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      • ralfschuler Says:

        Also bei aller Liebe: Ich wüsste nicht, welches Interesse ich daran haben sollte, ein Land und seine Menschen schlecht zu reden. Dass die Menschen in Kolumbien der schlechten Schlagzeilen müde sind, verstehe ich ja, aber ich habe weder die FARC erfunden, noch die ELN, die Paramilitärs das Medellin-Kartell oder die noch immer intakten Gewaltstrukturen rund um das „Oficina de Envigado“ in Medellin…

        Für die schlechten Schlagzeilen ist Kolumbien schon ein ganz klein wenig selbst verantwortlich. So bitter das für die darunter leidenden unbescholtenen Menschen sein mag. Seltsam, dass das Thema Kriminalität auch bei den Einheimischen früher oder später in jedem Gespräch auftauchte. Als eine Kollegin von Gaucks Hotel Casa Medina in der Innenstadt von Bogota zum nahegelegenen JW Marriott laufen wollte, weigerte sich ein einheimischer Polizist, sie allein laufen zu lassen und schickte einen Posten mit.

        Hier liegt aus meiner Sicht auch die Wurzel des Übels: Ob aus Nationalstolz oder wirtschaftspolitischer Schönrederei: Wenn ich die noch immer vorhandene Kriminalität benenne, beleidige ich kein Volk, trample nicht auf der kolumbianischen Seele herum oder sonst etwas. Es ist ein altes Übel in verschiedenen Teilen der Welt, ungute Berichterstattung als Angriff auf das nationale Ego zu sehen. In dieser Logik müsste ich auch jedwede Kritik an Deutschland als ehrenrühriges Schlechtmachen zurückweisen. Tue ich aber nicht.

        Auch aus meiner Sicht hat sich in Kolumbien vieles verbessert, nur gut ist vieles eben auch noch nicht. Diese Meinung darf man haben.

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  4. Rene Schmidt Says:

    Eine Lobhymne wäre vielleicht nach Ihrem Empfinden zu verfrüht, aber macht dies Bogotá zur wie Sie es so schön nannten „kriminellsten Stadt der Welt“? Ich war durchaus in kriminelleren Städten dieser Welt. Ich weiss nicht wohin Sie sonst so reisen? Aber in Bogotá muss man so viel Vorsicht walten lassen wie in anderen lateinamerikanische Städte auch. Oder wollen wir uns jetzt einmal über Rio, Lima oder Tegucigalpa unterhalten? Auch hier geht man nachts vielleicht nicht in jede Ecke.
    Gefährlich ist nicht gleich „die gefährlichste“!!! Wer Bogotá mit Palma de Mallorca vergleicht mag am Ende recht haben… Ich empfinde Ihren Beitrag als reißerisch und weg von den Fakten und auf keinen Fall objektiv.

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    • ralfschuler Says:

      Sehr geehrter Herr Schmidt,

      Eine Überschrift soll zum Lesen anregen, aber wir können in der Tat darüber streiten, woran sich „kriminell“ bemisst. Eines wollte ich aber ganz sicher nicht: „lateinamerikanische“ Maßstäbe anlegen, wie Sie es offenbar tun. Ich nehme zur Kenntnis, dass Kolumbien viele Freunde hat, die für die wunderbare Landschaft, die Menschen und andere Fährnisse Abstriche gern in Kauf nehmen.

      Ich bin weiß Gott in gefährlicheren Regionen der Welt unterwegs, von Afghanistan bis Afrika. Das kann aber nicht der Maßstab sein. Das Sicherheitsthema hat uns die gesamte Reise über begleitet. In einer Nacht in Bogota wurden drei Menschen bei einer Schießerei in einem nördlichen Bezirk getötet. Die BKA-Leute von Bundespräsident Gauck hatten spezielle schusssicherere Matten am Arm, um blitzschnell einen Abwehrvorhang gegen Feuerwaffen aufbauen zu können, von den Einheimischen bis zum Botschaftspersonal weisen alle auf gefährliche Bezirke, besondere Tricks und andere Unannehmlichkeiten hin.

      Dass ich unbehelligt am Tag durch die Altstadt bummeln kann, wäre als empirische Recherche dann aber doch etwas dünn. Dass sich die Mordrate von 100 Morden je 100 000 Einwohner auf 16 reduziert hat, ist prima. Aber besser ist noch lange nicht gut.

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  5. Kolumbien-Freund Says:

    Hallo Herr Schuler,

    Nun gut – wenn der Präsident Kolumbiens nach Berlin käme, lägen auch die Scharfschützen auf den Dächern und als der amerikanische Präsident in Mainz war, wurden Gullideckel zugeschweißt, es gab eine Ausgangssperre und noch vieles mehr. Ich selbst war schon als Tourist in Bogota und anderen Regionen des Landes! Es gibt gewisse Vorsichtsmaßnahmen – die aber in anderen Ländern dieser Welt genauso gelten – und sogar bei uns in Deutschland gelten. Gewisse Stadtteile sollte man meiden – oder gehen Sie z.B. nachts alleine in Frankfurt im Bahnhofsviertel spazieren? Und das wo Frankfurt heute als die gefährlichste Stadt Deutschlands tituliert wurde????

    Es ist also meiner Ansicht nach alles relativ. Und ich möchte Sie bitten, fahren Sie mal in das Land – ohne Herrn Gauck! Als Journalist oder als Tourist! Machen Sie es einfach… Sie werden von der Vielfalt, der Schönheit und der Freundlichkeit der Menschen (die Sie ja so gar nicht erleben konnten) umwoben sein… Ich verspreche es Ihnen!

    Proexport Colombia (oder http://www.colombia.travel) helfen Ihnen bestimmt bei der Organisation!

    Mit besten Grüßen aus dem so gefährlichen Deutschland!

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    • ralfschuler Says:

      Liebe Frau Müller,
      ob das mit dem Kolumbien-Urlaub klappt, da bin ich skeptisch, nicht nur, weil es mit Frau und drei Kindern etwas teuer wird, sondern weil ich nicht sicher bin, ob ich da die nötige Mehrheit zusammen bekomme.

      Erstens hatten wir durchaus regen Kontakt mit normalen Menschen, aber zweitens ist das auch genau der Denkfehler, hinter der ganzen Debatte, den ich aus der Zeit kenne, als ich aus Südosteuropa berichtet habe: Ich beschreibe Zustände in einem Land, nicht die Seele der Menschen. Unliebsame Berichterstattung wird ja nicht nur in Kolumbien als Herabsetzung des Staatsvolkes missverstanden.

      Durchs Frankfurter Bahnhofsviertel bin ich vor kurzem erst zur Musikmesse spaziert, aber im Ernst: Ich kann doch nicht aus falsch verstandenem Stolz einem Türken erklären, dass es in Deutschland kein Nazi- oder Rassismus-Problem gibt. NSU, NPD, Kameradschaften, rechtsradikale Gewalttaten – alles überbewertet und vom Ausland hochgeschrieben…?

      Wenn Kolumbien die Entwicklung nimmt, die in diesen Tagen vom Bundespräsidenten und den kolumbianischen Vertretern immer wieder beschworen wurde, dann wird ja alles gut. Wie lang die Wegstrecke dahin ist, darüber haben wir vielleicht unterschiedliche Ansichten. Was ja nicht schlimm ist.

      Beste Grüße aus Sao Paulo

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  6. Rene Schmidt Says:

    „Eine Überschrift soll zum Lesen anregen, aber wir können in der Tat darüber streiten, woran sich “kriminell” bemisst.“

    Nun ja, nach meinem journalistischen Verständnis sollte eine Überschrift eines tun – der Wahrheit entsprechen, und dies tut Ihre definitiv nicht! Wobei ich mich vor allem an dem Superlativ („die kriminellste Stadt der Welt“) störe. Es geht nicht um „lateinamerikanische“ Maßstäbe, aber es ist unglaublich, dass Sie in Afghanistan und Afrika unterwegs waren und nicht selbst die Absurdität Ihres Beitrags erkennen. Eine Überschrift soll anregen, aber nicht täuschen. Sie haben das richtige Medium für sich gefunden, Gratulation!

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    • ralfschuler Says:

      Ich habe in der Tat in Afghanistan über Selbstmordattentäter, Sprengfallen und Todeskommandos geschrieben – das ist Krieg und dann doch eine andere Liga als „Kriminelle“ in Bogota. Aber wenn Sie meinen, dass es beruhigend fürs Image ist, hinter Kunduz, Kandahar oder dem afghanische-pakistanischen Grenzgebiet rangieren, will ich das gern einräumen.
      Da Berlin in etlichen Zeitungen auch als „Kriminalhauptstadt“ Deutschlands bezeichnet worden ist, wird es Zeit, dass die Berliner beleidigt auf die Straße gehen…

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  7. Sergio Says:

    Mr „Chefkorrespondent“: did it even occur to you to read this article……:

    http://opishposh.com/the-10-most-dangerous-cities/

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  8. Michael Says:

    Sie schaffen es tatsächlich, die berechtigte Empörung Ihrer eigenen Leser, als beleidigte Leberwurst-Mentalität und gekränkten Nationalstolz abzubürsten. Dabei empören sich eben auch viele Deutsche, die Kolumbien kennen.
    Seien Sie doch zur Abwechslung mal ehrlich: anders als ein reisserischer, waffenstarrender, bluttriefender, klischeebedienender Artikel wäre der Gauck-Besuch in Kolumbien doch gar nicht bei Bild zu verwerten gewesen…

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    • ralfschuler Says:

      Dass Bogota ein Sicherheitsproblem hat, ist unstrittig. Daran bin nicht ich schuld. Wenn Sie die restlichen Beiträge über die Reise nach und durch Kolumbien gelesen hätten und sich nicht shitstormartig auf diese eine Geschichte kaprizieren würden, hätten Sie bemerkt, dass unser Bild durchaus vielfältiger ist. Aber wie ich sehe, ist ein anderer Blick als der gewünschte noch immer nicht akzeptiert, wenn es um Kolumbien geht. Das ist schon eine interessante Erfahrung.

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  9. MarcoMarco Says:

    Herr Schuler, es gibt keinen shitstorm. Als Leser (Deutsche, Kolumbianer) sollte man auch das Recht haben seine Meinung zu äußern. Und wenn unsere Lebenserfahrung aus Kolumbien eine andere ist dann sollten Sie das nicht damit abtun mit Begriffen wie „schönreden“ oder gar mit einer eingeschnappten Äußerung wie „Aber wie ich sehe, ist ein anderer Blick als der gewünschte noch immer nicht akzeptiert, wenn es um Kolumbien geht.“ Ihre Darstellung entspricht nun mal nicht der Wirklichkeit! Was ist denn daran so schlimm. Es macht Ihnen ja keiner den Vorwurf, dass Sie noch nie in Kolumbien waren. Aber Sie sollten wenigstens akzeptieren können, dass dieses Negativbild welches gezeichnet wurde nichts – aber auch gar nichts – mit der Realität zu tun hat. Und dass Personal – welches einen Präsidenten begleitet – immer unter extremen Schutzmaßnahmen steht…… das haben Sie doch sicherlich auch schon in Deutschland festgestellt.

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    • ralfschuler Says:

      Wenn ich Mails mit nahezu wortgleichem Inhalt bekomme, liegt der Verdacht der Absprache nicht so ganz fern. Vielleicht sollten Sie akzeptieren, dass es auch andere Sichten auf die Dinge gibt und auch Sie die Wahrheit nicht gepachtet haben. Ich habe auch genug Leute getroffen, die mir erzählt haben, die DDR sei das bessere Deutschland, alles bestens. Manch einer, der damals als Miesmacher von außen hingestellt wurde oder als Saboteur von innen, war auch in der Minderheit. Und ich würde behaupten, diese Minderheit hatte recht.
      So nehmen wir also unsere unterschiedlichen Sichtweisen zur Kenntnis und lassen es dabei bewenden. Ich bleibe bei meinem Eindruck und meiner Darstellung, Sie bei Ihrer. Das wäre Demokratie, wenn Sie verstehen, was ich meine.

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  10. Richard Says:

    http://www.richardmccoll.com/do-i-live-in-the-most-criminal-city-in-the-world/

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  11. Michael Says:

    Die pampige Impertinenz Ihrer Antworten lässt tiefer blicken als es Ihnen lieb sein dürfte. Das hilft zumindest zu verstehen, warum Ihr Kolumbien-„Artikel“ derart hingerotzt daherkommt. Jetzt mimen Sie obendrein das shitstorm-Opfer und geben auch gleich noch Nachhilfe in Demokratie-Verständnis. Eine Lachnummer. shitstorm gibt es übrigens täglich in gedruckter Form: Bild

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    • ralfschuler Says:

      Wenn man mit dem Hinweis, dass kein Fakt in dem Beitrag falsch ist, einfach nicht durchdringt, muss wohl eine unterschiedliche Wahrnehmung vorliegen. Das ist nicht schlimm, nur müsste dann auf beiden Seiten Irrtum eine Option sein, nicht nur auf meiner.
      Im Übrigen wundere ich mich immer mehr, warum mir in Bogota alle, ausnahmslos alle, Vorträge über die angespannte Sicherheitslage halten, warum das BKA Sondermaßnahmen ergreift und die Botschaft Sonderinformationen inklusive Sicherheitskarte erstellt, die man immer bei sich tragen soll. Offenbar wimmelt es dort nur so vor Hysterikern, die dringend auch all der Hinweise bedürfen die jetzt mir zugedacht werden.
      Mit BILD-Hass kann ich umgehen, das ist schon ok. Wenn da jemand seine vorgefassten Meinungen austoben will, nur zu.

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  12. Wolfgang Glück Says:

    Liebe Kommentatoren, wir sollten es aufgeben. Einen Herrn Schuler werden wir nicht zum Nachdenken bewegen. Er macht hinsichtlich seines Arbeitgebers einen Klasse Job. Die Bild ist nicht an Information interessiert, sondern an Manipulation, Geld und Macht. Und der Erfolg gibt ihnen Recht.
    Man kann nur etwas erreichen, wenn man Menschen dazu bewegt, diesen Schund nicht zu kaufen. Und schon müsste auch ein Herr Schuler anfangen mit Denken.

    Der nächste Bericht der Bild über Medellin hat auch wieder die besten Keywords für Kolumbien verwendet:
    Ex-Bürgerkriegsland Kolumbien, erschütternde Berichte, eine Mutter, die bei Kämpfen den Sohn verloren hat, Ex-Drogenkönig Pablo Escobar, Gewalt und Kriminalität…

    Dann kommt Brasilien:
    fünf Stunden Flug in die reiche Glitzerwelt: São Paulo, Brasilien, Der größte deutsche Industriestandort außerhalb Deutschlands, mehr als 1000 Firmen…

    Man kann unschwer erkennen, wo der Hase lang läuft. Ich würde heute Bogotá jederzeit Sao Paulo vorziehen.

    Tja Herr Schuler, ich empfehle Ihnen einmal eine Reise nach/durch Kolumbien. Ohne schusssichere Westen, ohne Begleitung eines Bundespräsidenten, der gar nichts zu sagen hat. (Die Bild hat leider mehr Macht) Nur, ich glaube, selbst das wird bei Ihnen keine Wandlung vollbringen. Dazu sind sie der Journaille zu hörig.

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    • ralfschuler Says:

      Sehr geehrter Herr Glück,

      nun fallen Sie doch nicht von einem Extrem ins andere. Mir werfen Sie Klischees vor und bemühen sie gleich im Dutzend, wenn es um BILD geht.
      Man kann die Geschichte Kolumbiens doch nicht ausblenden. Schon gar nicht kann ich beim Berichterstatten das Treffen des Bundespräsidenten mit den Opfern einfach weglassen, um das Image von Kolumbien zu schönen. Er hat sich mit Opferverbänden getroffen, die ihm ordentlich eingeheizt haben und von korrupten Staatsanwaltschaften berichteten, von erst kürzlich ermordeten Mitstreitern. Und er hat ein Projekt besucht, wo Aussteiger über sich und die Truppen erzählt haben, aus denen sie kommen.
      Was verlangen Sie hier eigentlich von mir? Dass im Sinne der Außenwirkung all das weglasse? Wäre das redlich?
      Es ging ursprünglich um die Kriminalität in Bogota. Ich finde: Über das Ranking und den Superlativ kann man streiten, über die Tatsache, dass es massive Probleme immer noch gibt nicht. Ich sehe auch nicht, dass Hinweise auf diesen Umstand dem Land schaden. Dass in Teilen Berlins die Libanesen-Mafia stark vertreten ist, kann man ja auch nicht bestreiten. So what?

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  13. Richard Says:

    So, the same newspaper writes a new article and Bogota is not even in the top ten most dangerous cities of South America! What contradictions. Ridiculous!

    http://www.bild.de/reise/2013/suedamerika/gefaehrliche-staedte-suedamerika-30405132.bild.html

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    • ralfschuler Says:

      No doubt in that statistics. But the my article wasn’t about any statistics. It was on the fact, that Bogota has a security problem. If You say it hasn’t, You maybe talk about another city.

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  14. Richard Says:

    If the statistics weren’t important….?

    http://seecolombia.travel/blog/2013/05/bogota-the-most-criminal-city-in-the-world/#comment-2910

    My friends have written a poem about this!

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  15. Miguel Cendales Says:

    Buenos días Señor Schuler,

    wie gut, dass Sie in einer Großstadt ohne Sicherheitsprobleme leben. Wie dumm, dass Ihre Südamerika Reise Sie ausgerechnet in die einzige Stadt der Welt führte, die solche Probleme hat. Ich Kann nur hoffen, dass sie eine entsprechende Gefahrenzulage bekommen haben. Immerhin warnt ja das Auswärtige Amt nicht umsonst!

    Wie gut, dass sie vor Beginn dieser Reise so gründlich recherchierten, schließlich reisten sie nicht nur in dieses berüchtigte Kolumbien, sondern auch noch fast 30 Jahre in der Zeit zurück.

    Wie schade, dass Sie in Medellín nicht Pablo Escobar begegneten. Wo hat sich der Kerl bloß rumgetrieben und wie kommt er dazu, die deutsche Delegation auf der Straße tanzen zu lassen? Na, wie angebracht, dass sie uns Leser daran erinnern, dass es sich trotzdem um das Medellin Pablo Escobars handelt. Wie unprofessionell wenn Journalisten ihre Leser z.B. nicht gebührend an Hitler-Deutschland erinnern, wenn es darum geht über Aktuelles aus Deutschland zu berichten. Danke, dass Sie es in Zusammenhang mit Kolumbien nie an dieser Sorgfalt mangeln ließen!

    Natürlich geht es nicht um Statistiken. Wie kommt ein Leser bloß auf den Gedanken, die Formulierung „kriminellste Stadt der Welt“ sei gleich bedeutend mit einem letzten Platz auf einer Liste, die die Sicherheit weltweit misst? Böser dummer Leser!

    Worum es geht, entnimmt man eindeutig Ihrem sehr differenziert berichtenden Artikeln. Warum leidet das Land Kolumbien unter der Gewalt? Warum findet dieses Land schwer zu Ruhe? Was wird unternommen und welche Aussichten haben Unternehmungen das Land von dieser schweren Bürde zu befreien? Wer sind die Akteure, wer die Leidtragenden? Na, Sie haben die Gründe deutlich festgehalten, Ergebnis Ihrer weitreichenden Recherche: weil es ein gefährliches und kriminelles Land ist!

    Leider erfuhren dies nur die Leser Ihrer Originalartikel, denn irgendjemand in ihrem Haus hat nachträglich Überschriften und Texte geändert. So ist die unerlässliche Information „das gefährliche“, „das kriminelle“, „das brutale“ vor dem Namen jeder kolumbianischen Stadt über die sie berichten oder die Bezeichnung „kriminellste Stadt der Welt“ in Bezug auf Bogota, verschwunden. Wer Ihre Texte nicht im Original las, hat damit die Erklärungen für die erwähnten Fragen verpasst. Eigentlich berauben (hui, das ist ja ein sehr kolumbianisches Tätigkeitswort) diese „Korrekturen“ Ihre Artiklen der Ausgewogenheit, die Ihnen so am Herzen liegt, finden Sie nicht auch?

    Zum Glück konnten ja Leser der ersten Stunde wenigstens noch ihre Gedanken zur Thematik „Gewalt in Kolumbien“ zur Sprache bringen, in Umfragen, die den Sachverhalt auf den Punkt brachten: Was sei z.B. von Frau Schadts Tanz auf der Straße zu halten?

    Diese gelungene Fragestellung bekräftigt doch, dass es Ihnen und Bild stets um eine differenzierte Information über die Lage in Kolumbien ging. Die gleichermaßen ausgewogenen Kommentare Ihrer Leser über das Privatleben Herrn Gaucks geben dem Thema Kolumbien die Bedeutung wieder, um die sich Ihre gelungene Berichterstattung so sehr bemühte.

    Ja, es ist ärgerlich, dass hier extremistische Leser sich vom Kolumbien 2013 blenden lassen und nicht verstehen, dass sie mit ihrer Sicht der Dinge in Ihnen einen wahren Verteidiger und Wahrer der differenzierten Berichterstattung angreifen. Wie kann so jemand bloß übersehen, dass Ihre Kolumbienberichte das Höchstmaß einer einfühlsamen und informativen Berichterstattung sind?

    Un buen día desde Bogotá

    Miguel

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    • ralfschuler Says:

      Sehr geehrter Herr Cendales,

      es tut mir wahnsinnig leid, dass ich Kolumbien nicht so erlebt habe, wie ich sollte und wie es offensichtlich die einzig korrekte Art ist. Aber das muss kein Grund zur Sorge sein, denn schließlich läuft in Bogota und Medellin alles so super, friedlich und hoffnungsvoll, dass ich mich für Sie von Herzen freue. Weder kann man am Grab von „Pablo“ wie sie ihn in Medellin alle liebevoll nennen, die Anhänger in stiller Andacht Schlange stehen sehen, noch blüht der Drogenhandel nach wie vor, die Oficina de Envigado ist eine böse Erfindung von El Tiempo und in Cali ist auch alles in Butter.

      Besonders amüsiert es mich aber, wenn die gleichen Leute, die mich hier beschimpfen detailiert erklären, dass alles absolut sicher ist – wenn man nicht nachts unterwegs ist, wenn man nicht in die roten Zonen reist, wenn man die richtigen Taxis besteigt.

      Und um die Meinungsfreiheit scheint es ja auch prima bestellt zu sein, schließlich wissen Sie ja genau, was man über Kolumbien schreiben darf und was nicht. Früher hätte man bei missliebigen Berichten sicarios geschickt. Heute habe ich vielleicht eine Überlebenschance. Für weitere Fortschritte drücke ich beide Daumen.

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      • Miguel Cendales Says:

        Danke für´s Daumen drücken. Menschen in Ländern mit Problemen wie Kolumbien, freuen sich über jede gut gemeinte Anteilnahme und Hilfe. Ob Ihre Artikel diese Absicht hatten? Müssen sie auch nicht, denn in aller erster Linie sollen sie berichten.

        Das können sie so oder so tun.

        Es ist Ihr gutes Recht Ihre Sicht der Dinge darzustellen. Das ist nicht Grund meines Schreibens. Nach dem Motto: „Vom Ochsen soll man nicht mehr als Rindfleich erwarten“, weiß ich was ich bekomme, wenn ich „Bild erklärt die Welt“ lese. Nur sollten Sie nicht ihre Artikel als differenzierte Berichterstattung verteidigen, das erwartet nun wirklich kein Mensch von Bild.

        In Kolumbien können auch heute noch Journalisten wegen „zu intensiver Wahrheitsforschung“ einen „sicario“ geschickt bekommen. Sie machen es trotzdem, weil sie glauben, dass heute in Kolumbien die Mehrheit nicht mehr schweigt, die Dinge beim Namen nennt und differenziert betrachtet. Sie verstehen, dass diese Mehrheit einen Journalisten braucht, der mit seiner differenzierten Berichterstattung Weltbilder und Gewohnheiten ändert.

        Sie dagegen haben nichts neues erzählt und Ihre Artikel haben bestätigt, das deutsche Journalisten beim Thema Kolumbien am liebsten immer noch den einfachsten Weg gehen: Gängige Klisches bedienen!

        Für Artikel die nichts Neues erzählen, schickt keiner jemanden einen „sicario“ auf den Hals. Lehnen sie sich entspannt zurück.

        Persönlich finde ich es immer erstaunlich, wie Bild es schafft über einen Staatsbesuch genauso zu berichten als ginge es um Busenwunder im Dschungel. Aber differenziert geht wirklich anders.

        Saludos desde Bogota

        Miguel

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      • ralfschuler Says:

        Kann es sein, dass Sie ein grundsätzliches Problem mit Boulevard-Medien haben? Dagegen ist nichts zu sagen, aber wenn der Vorwurf lautet, „nichts neues“ erfahren zu haben, verstehe ich die Aufregung nicht. Nebenbei wird auch für die von Ihnen offenbar gewünschte Alles-gut-Berichterstattung in Kolumbien niemand verfolgt. Die ist allen Beteiligten von Regierung bis Drogenhändlern nur allzu willkommen. Auch ein Grund, da nicht mitzumachen…

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      • Miguel Cendales Says:

        „Alles-gut-Märchen“ sind genau so wenig wünschenswert wie „Alles-schlecht-Geschichten.“

        Es geht bei unserer Diskussion um „diferenzierte“ Berichterstattung, die sie glauben geleistet zu haben.

        Sie haben das Recht sich bei Ihren Berichten auf einen Aspekt eines Themas zu konzentrieren. Aber das ist nicht diferenziert. Vielleicht ist aber auch mein Deutsch zu schlecht um zu erkennen, dass Atribute wie „gefährlich“, „kriminell“, „brutal“ usw. in Wahrheit ganz unterschiedliche, diferenzierte Ansatzpunkte der Betrachtung einleiten.

        Wenn Sie mich in die Ecke der „Alles-ist-gut-Wünschenden“ drücken wollen, habe ich das Gefühl, dass sie meine Meinung genauso behandeln, wie sie das Land Kolumbien angehen. Ab in die passende Schublade, diesmal in die: Wer nicht mit mir ist, ist ein Schönmaler.

        Wo habe ich geschrieben, dass in Kolumbien alles gut ist?

        Weil Kolumbien tiefe und historisch gewachsene Probleme hat, muss man diese dialektisch erfassen und verstehen. Plumpes „nicht-so-schlimm-Denken“ ist genau so wenig hilfreich wie die „alles-kriminell-Erklärung“.

        Sie haben Recht, in Deutschland interessiert es die wenigstens, wenn über Kolumbien geschrieben wird und kein Blut fliesst. Ich kann daraus aber keine Rechtfertigung machen, mit meiner Arbeit dieses Desinteresse zu unterstützen und Artikel zu schreiben, nach denen der Leser gähnend die Zeitung zur Seite legt und weiss, dass er es schon immer gewusst hat: „Alles Verbrecher dort!“

        Kolumbien wird wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung immer interessanter für Deutsche werden. Auch wegen der wirtschaftlichen Bedeutung war der Besuch des Bundespräsidenten gedacht. Sie waren dabei. Kolumbien öffnet sich europäischen Märkten, Freihandelsabkommen werden abgeschlossen, kolumbianische Rohstoffe u.a. werden auch für deutsche Unternehmen interessant.

        In der gegebenen Zeit werden Themen, wie „blutbefleckte Kohle“ oder öklogische Schäden durch und Vertreibung indigener Völker in Kolumbien wegen dem Abbau von Rohstoffen, plötzlich auch die Deutschen interessieren. Das Geld aus diesen Geschäften wird die im Rauschgift- Waffen- und Menschenhandel operierenden Banden locken, neue Möglichkeiten der Geldwäsche schaffen. An der lokalen Gewaltspirale kann mit internationaler Hilfe weiter gedreht werden.

        Schade, dass gerade Journalisten das Land und Zusammenhänge nicht erklären können, weil sie Kolumbien nur als Lieferant für eine blutige Schlagzeile sehen.

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      • ralfschuler Says:

        Schön, dass wir inzwischen bei der Diskussion zumindest so weit gekommen sind, dass die geschilderten Schattenseiten Kolumbiens nicht ganz aus der Luft gegriffen sind.

        Und Sie haben ja Recht mit all dem, was Sie im vorletzten Absatz schreiben. Allerdings stoßen wir da in der Tat an die Grenzen des Genres: Eine umfassende Landeskunde kann man auf Bild.de beim besten Willen nicht bringen. Im Grunde ist über den Gauck-Besuch nur im deutschen Rundfunk berichtet worden. Ich habe keine einzige Print-Veröffentlichung gesehen. Gauck in Kolumbien wäre eine Meldung gewesen, um etwas mehr zu erzählen, habe ich versucht, das Umfeld zu schildern. Der Hinweis, dass 16 Morde je 100 000 Einwohner ein Allzeit-Tief sind, beschreibt die positive Entwicklung.

        Wenn Kolumbien das Dorado Lateinamerikas wäre, hätte auch das einen Aufhänger abgegeben, bei allem anderen schalten die Leser nach weniger als 20 Zeilen ab – auch darüber gibt es umfassende Studien. Die Netz-Nutzer halten übrigens noch weniger von politischen Informationen als die die Print-Leser, die Klick-Zahlen der Politik-Texte sind ernüchternd. Selbst Spiegel-Online mischt erklärtermaßen unter die oberen fünf Themen immer auch etwas leichte Kost, um die User bei Laune zu halten.

        Journalismus kann immer nur einen Ausschnitt der Realität liefern, und es ist meistens Geschmackssache des Rezipienten, ob es der richtige Ausschnitt und dieser gut getroffen ist. Deshalb muss ich mit der Kritik leben. Die Gespräche mit Präsident Calderon gaben aber beim besten Willen keinen Stoff für Berichterstattung her, und bei den Gesprächen der Wirtschaftsdelegation war taktisch motivierte Gesundbeterei (um Druck auf die linkspopulistischen Nachbarregierungen zu machen) so unübersehbar, dass ich mich daran nicht beteiligen wollte.

        Wenn Sie so wollen, haben wir es hier alles in allem auch mit einem „Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom“ der Öffentlichkeit zu tun: Wenn ich von einer Gauck-Reise erzählen will, die keinen interessiert, muss ich auch im weiteren Verlauf der Reise, Aufhänger finden, die dem Leser signalisieren, warum er seine Zeit für Informationen über ein Land opfern soll, in dem er nie Urlaub machen wird und dessen Kaffee er auch ohne Lektüre im Supermarkt bekommt. So unbefriedigend das für Sie und andere sein mag: Ein Wikipedia über Kolumbien liest bestenfalls die Fan-Gemeinde. Und die zarte Hoffnung, die Gauck qua Amt preisen muss, fand ich dann doch zu zerbrechlich, um daran eine Geschichte aufzuhängen.

        Aber immerhin: Ich glaube nicht, dass irgendein Beitrag über die Kolumbien-Reise ein so breites Echo und so viel Wahrnehmung gefunden hat, wie dieser. In der modernen Mediengesellschaft ist das allein schon ein Wert. Auch wenn Sie das vermutlich nicht zufriedenstellen wird.

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  16. Wolfgang Glück Says:

    Wenn es nur nicht so hoffnungslos wäre, Herr Schuler.
    Meinungsfreiheit, bitte nehmen Sie in Deutschland dieses Wort nicht in den Mund! Meinungen werden dort diktiert! Ich kenne die Hierarchie bei Bild nicht. Aber ich denke, Sie haben noch einen Chef. Was meinen Sie, wie der Ihnen die Ohren langzieht, wenn Sie nicht im Stile der Bild schreiben würden! Wenn Sie einen positiven Bericht über die bisherigen Fortschritte in Kolumbien aufzeigen und NICHT Pablo Escobar aus der Gruft holen. Was meinen Sie, wie schnell Sie ihren Job los sind!

    Und alle Achtung Miguel, klasse Beitrag!

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    • ralfschuler Says:

      Sehr geehrter Herr Glück,
      es ist eher umgekehrt: Es interessiert in Deutschland keinen Hund, was in Kolumbien los ist. Auch meinen Chef nicht. Sie können sich ja mal die Berichte über die Gauck-Reise nach Kolumbien raussuchen: Nicht einmal die großen Überregionalen haben davon Notiz genommen. Wir haben es nur online gebracht, und „Focus“ titelte: „Gauck reist nach Kolumbien und keinen interessiert es“.

      Der missionarische Eifer, mit dem hier einige unterwegs sind, spricht allerdings auch nicht für die Gelassenheit, die man haben könnte, wenn alles in Butter wäre und ich völlig daneben läge…

      Um es mal klar zu sagen: Ich darf meine Meinung haben, Sie dürfen Ihre haben. Das zu akzeptieren, unterscheidet mich von etlichen Kommentatoren hier.

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    • Miguel Cendales Says:

      Buenas noches Wolfgang,

      saludos desde Bogotá y gracias por el cumplido

      Miguel

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  17. Wolfgang Glück Says:

    In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht. Sie diskutieren wenigstens. Alle Achtung. Ich stamme auch aus dem Land, wo man noch seine Meinung gesagt hat…

    Bezüglich Gelassenheit:
    In Kolumbien leben Menschen mit Stolz. Das kennt man in Deutschland weniger. Und alles in Butter, wird aber auch NIEMAND behaupten, der hier lebt. Aber Wahrheit hat gerade in Kolumbien, zwei Seiten! Ich zeige Ihnen gern die 2. Seite.
    Und dann würde mich interessieren, ob Sie das drucken dürfen…

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    • ralfschuler Says:

      Wer sollte es mir verbieten wollen, positiv über Kolumbien zu berichten? Mir fiele beim besten Willen keine Verschwörungstheorie ein, nach der es irgendwem nützen würde, dies zu verhindern. Ganz so weit ist es aber – zumindest aus meiner Sicht – noch nicht.

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  18. Wolfgang Glück Says:

    Zum Schluss von mir noch etwas zum Nachdenken:

    Es gibt hier nicht einen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu liegen und sein Land und seine Bevölkerung zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter den Kulissen. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.”
    John Swinton, Chefredakteur der New York Times

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    • ralfschuler Says:

      Das musste mal raus! Wusste ja nicht, dass die ganze Straße mitliest…

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    • ralfschuler Says:

      Sehr geehrter Herr Glück,
      ich weiß nicht, ob Sie als Journalist arbeiten und dieses Zitat passend finden zur Beschreibung der Branche. Ich für meinen Teil halte es da mit Chaplin, der einmal gesagt hat: „Vergiss nie, dass dir am Ende deiner Tage all deine Filme wieder vorgeführt werden….“ Das gilt auch für gedruckte Beiträge.
      Ich habe 25 Jahre meines Lebens gegen meinen Willen in der DDR verbracht, habe dort nicht studieren können, habe mich in der Produktion „bewährt“, einen höllischen Militärdienst absolviert und mich schließlich in eine Nische bei einem Spartenblatt geflüchtet. Ich habe in der DDR weder geschrieben noch gesagt, was man von mir verlangte, obwohl es damals um die Existenz ging. Und ich sehe nicht ein, warum ich heute irgendwem nach dem Munde schreiben oder reden sollte, da ich jederzeit zur taz, zur Jungen Welt oder sonstwelchen Blättern wechseln könnte und keinesfalls dort arbeiten muss, wo ich arbeite. Ich habe Mechaniker für Metallverarbeitung gelernt und alle möglichen Jobs gemacht. Mit anderen Worten: Ich tue, was ich für richtig halte oder ich lasse es.
      Aber es steht Ihnen natürlich frei, den Journalistenstand so zu sehen, wie Sie ihn sehen wollen.

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  19. Stefan Görlich Says:

    Sehr geehrter Herr Schuler,

    Sie schreiben in Ihrem Artikel „Wie wir wieder wir wurden“ :
    „Und siehe da: Schwarz-Rot-Gold stand diesmal nicht für chauvinistisches Geheul, Blitzkrieg und Stechschritt.“

    Frage: Wann tat es dies je?

    Schwarz-Rot-Gold steht von Anfang an für deutsche Demokratiebewegung und Republikanismus, dann für die Weimarer Republik, und nach der Abschaffung 1933 für die zweite Demokratie ab 1949. Auch wenn es vereinzelte Verwendungen durch Gruppierungen gegeben hat, mit denen man sich als Demokrat nicht identifizieren kann, und selbstverständlich auch die nun 200-jährige demokratische Tradition von Schwarz-Rot-Gold auch eine Geschichte vieler Irrwege und Fehler ist, und auch wenn die „DDR“ (oder auch DDR) Schwarz-Rot-Gold mißbräuchlich verwendete (sogar mit Stechschritt vor der Neuen Wache):

    Die Trias „chauvinistisches Geheul, Blitzkrieg und Stechschritt“ meint NS-Deutschland 1933-45 und nichts anderes. Und darin hatte Schwarz-Rot-Gold keinen Platz.

    Und deshalb stand es auch nie dafür, nicht nur „diesmal nicht“!

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Görlich

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    • ralfschuler Says:

      Sehr geehrter Herr Görlich,
      historisch haben Sie natürlich vollkommen recht. Worauf ich abheben wollte, war (wie Sie vielleicht ahnen), die ideologische Indienstnahme von Schwarz-Rot-Gold. Die „Nie-wieder-Deutschland“-Fraktion und die durchaus verbreitete Nationalskepsis bezog ja alle Symbole des Staates ein und differenzierte nicht so, wie Sie es, völlig zu Recht, hier tun.

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  20. Heinz Klatt Says:

    Sie reden mir aus dem Herzen Herr Schuler…..wundere mich nur sie bei der Bildzeitung als Chefredakteur zu finden.

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  21. Digitales Zeitalter | Akademikerbund Hamburg e.V. Says:

    […] Ralf Schuler (Bild) […]

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  22. Manfred Niederhofer Says:

    Hallo Herr Schuler,danke,Sie sprechen das aus, wo andere lieber schweigen.Im heutigen Bildbeitrag haben Sie voll ins Schwarze getroffen.

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  23. Brandenburger Mark Says:

    …. ach hier haben Sie sich „versteckt“ ;-). Habe Ihre Artikel in der MAZ immer gemocht und irgendwann mitbekommen, daß da nichts mehr kam… , schön, Sie wiederentdeckt zu haben…

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