Posts Tagged ‘Roadmovie’

Teil 17: Mein Auto und ich – wir beiden Quatschtanten

Dezember 19, 2011

SETERMOEN |         Weil kaum      jemand unterwegs ist, kann man meist aufblenden. Die Motorhaube frisst die eisige Piste unermüdlich in sich hinein, während drinnen das Cockpit mit seinen Anzeigen und Schaltern leuchtet wie ein Linienjet. Es ist nicht romantisch. Nur einsam. Spätestens an diesem Teil der Reise beginnt man, mit sich selbst zu sprechen. „Holla, da könnten wir womöglich bis um sechs in Narvik sein.“

 Keine Antwort. Und wer ist eigentlich wir? Das Auto und ich, wir beiden Quatschtanten. Die ständige Dunkelheit verhindert größere Ablenkung durch die grandiose Landschaft, zwingt, die Konzentration auf die Straße zu richten, und selbst wenn es hell ist, darf man keinen falschen Blick zur falschen Zeit riskieren. Nur nicht ins Träumen geraten.

 Obwohl das Auto vergleichsweise mitteilsam ist: Wenn ich durch den Bordcomputer zappe, erzählt es mir ausführlich, wie es ihm geht. Tempe- raturen, Momentanverbräuche, Durchschnittsgeschwindigkeit – vom Navi, der alten Plaudertasche, ganz zu schweigen. Dessen Ansage habe ich abgeschaltet. Wenn ich ständig Befehle mit gereiztem „Bitte“ garniert haben wollte, hätte ich auch zu Hause bleiben können. Es ist ein rasender Autisten-Job, eine sitzende Tätigkeit mit Ortswechsel, bei der man vermutlich irgendwann das Hirn auf „Standby“ schaltet.

 Vor der Reise hatte ich an Kowalsky gedacht –K-O-W-A-L-S-K-Y. Kowalsky, der damals im Kino einen 70er Dodge Challenger in fünfzehn Stunden von Denver nach San Francisco bringen wollte. „Grenzpunkt Null“ hieß der Streifen im Osten, „Fluchtpunkt San Francisco“ im Westen, und Barry Newman scherte sich darin einen Teufel um Bullen und Geschwindigkeitskontrollen.

 Letzteres kann man in Skandinavien nicht wirklich empfehlen, es sei denn, man wollte sich am Ende der Tour wieKowalsky ebenfalls mit großer Geste in die Luft jagen. Jedenfalls ist das hauptamtliche Sitzen im Auto nicht halb so aufregend, wie es im Film erscheint. Nicht einmal die Peitsche schwingen und „Ho, ho, ho“ rufen kann man.

 Immerhin habe ich gelernt, dass man ganztägiges Fahren trainieren kann. Nach einigen Tagen hat das Steuern zwischen Seiten- und Mittellinie nichts Ermüdendes mehr. Am Abend gibt es nichts zuverpassen. Unterkunft suchen, schreiben, norwegisches Fernsehen.

Vielleicht hängt auch das mit der anderen Geschwindigkeit zusammen, die hier gefahren wird. Man brettert haltnicht öde über eine Autobahn, sondern arbeitet sich an einer Landschaft mit Bergen, Kurven, Eis und Rentieren ab. Zweifellos die interessantere Art zu reisen.

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Teil 5: Gesucht: Weihnachts-Personal

Dezember 5, 2011

GÖTEBORG „Was suchen Sie?“, sagt die Frau an der Tankstelle und blickt etwas skeptisch von schräg herüber. Ich hätte gar nicht erst davon anfangen sollen. Sicherheitshalber zieht sie rasch die Kreditkarte durch – bei Leuten, die den Weihnachtsmann suchen, kann man ja nie wissen. „Tja“, sagt sie dann, „wenn Sie ihn in Malmö nicht gefunden haben, sollten Sie weiter nach Oslo fahren. In Göteborg ist er bestimmt nicht, da wohn ich.“ Dann grinst sie, und ich frage mich, ob sie mich nur für meschugge oder für einen ganz normalen Deutschen hält. Wer das Besondere sucht, muss damit leben, dass die Welt voller Ignoranten ist.

Das       rastlose             Fahren ist Selbstbetrug auf Rädern, weil es einen Auftrag, eine Mission vortäuscht. Es ist die Flucht vor dem dröhnenden Vorweihnachts-Stillstand daheim. Wer sich bewegt, hat augenblicklich ein Ziel. Er muss ja nur stehenbleiben, um anzukommen. Wer gleich stehenbleibt, war niemals weg. Dieses immer-weiter-müssen wirkt wie eine Therapie. Trauer und Schmerz über das ewige Zurücklassen und Verlieren im Leben kuriert man mit exzessivem Verschlingen von Neuland unter der Vorderachse. Im Alltag streicht das Leben an einem vorbei, beim Fahren macht man sich vor, selbst durch seine Tage zu surfen. Das eigene Leben wird besichtigt – ein Selbstbetrug fürs Fahrtenbuch.

Längst sind die roten Schwedenhäuschen am Straßenrand zum Standard geworden. Unter ihren hölzernen Terrassen und Vorbauten wohnen jene Wichte, die als qualifizierte Mitarbeiter vermutlich mit den Ausschlag für die Ansiedlung Ruprechts in dieser Erd-Ecke gegeben haben: Nisse. Tomte nennen sie die Schweden, auch die Nor weger kennen sie, und man darf sie ja nicht mit den Trollen verwechseln. „Julenisse“ (Weihnachtsnisse) sind eigens mit den Vorbereitungen fürs Fest beschäftigt und wollen mit einem Schüsselchen Reisgrütze belohnt werden. Dunkel genug, um sie zu treffen, ist es inzwischen.

Kilometer 783: Der Volvo singt. Ein freudiges Schnurren dringt unter der Motorhaube hervor, so scheint es. Im letzten Nachmittagslicht rollen wir auf der Schnellstraße durch Göteborg, wo seine Wiege (besser sein Fließband) stand. Hinter der Stadt schneidet sich die Straße durch dunklen Fels, bricht unvermittelt wieder daraus hervor und überspannt wie selbstverständlich mit atemberaubenden Brücken die tiefsten Abgründe. Die Mittelwelle im Autoradio schweigt; das letzte deutsche Wort von NRD-Info ist längst im Äther verrauscht, und das Navi zeigt statt der neuen Straße nach Oslo nur tote Wildnis. Dass die Zivilisation mich so schnell im Stich lässt, hätte ich nicht gedacht.

(morgen mehr)

Teil 3: Eine Lichtgestalt für die Dunkelheit

Dezember 3, 2011

KALVEHAVE Kilometer 357: In Dänemark ist es nicht dunkler als diesseits der Ostsee. Und doch liegen die häufigen Nebel in der Vorweihnachtszeit auf seltsame Weise dichter über dem Land. Vielleicht hat die seltsame Stimmung aber auch damit zu tun, dass sich dänische Orte oft weit auseinanderziehen. Einzelne Gehöfte liegen irgendwo verstreut und tauchen unvermittelt aus der Dunkelheit auf. „Es könnte doch sein“, meint Thomas, der vor einigen Jahren als Puppenspieler nach Dänemark gezogen ist, „dass es eine Art natürliche Logik darin gibt, die Herkunft des Weihnachtsmannes genau in die Ecke der Welt zu legen, in der eine aufmunternde, wärmende Lichtgestalt am nötigsten ist.“

 Nun gut, dafür wäre auch der Südpol in Betracht gekommen, aber der liegt ja nun wirklich am anderen Ende der Welt. Und dann die Spesen für die Anreise…

Bevor er sich hauptberuflich den Puppen zuwandte, ist Thomas einige Jahre auf norwegischen Forschungsschiffen zur See gefahren und kennt sich mit Dunkelheit bestens aus. „Am undurchdringlichsten, urgewaltigsten aber auch beängstigendsten fand ich Nächte draußen auf dem Meer. Da ist es nur noch schwarz – vor allem auch unter dir. Ein zerbrechliches Vehikel hat man sich da unter die Füße geschoben, um nicht in die Tiefe zu fallen. Im finsteren Wald kannst du dich immer noch einfach hinlegen; das Meer verschluckt dich einfach.“ Wenn man also inmitten dieser feindlichen Schwärze einen winzigen Punkt Hoffnung einpflanzen könnte, dann wäre das ein durchaus verständlicher, menschlicher Reflex. Schließlich haben die Menschen seit eh und je versucht, die bedrohlichen Dinge der Umwelt irgendwie zu beleben und mit Göttern und ähnlichem zu begründen. Nicht dass das immer geholfen hätte, aber es schafft ein System, ein Gegenüber, das man benennen und mit dem man sich arrangieren, das man vielleicht milde stimmen kann.

Pech für Santa Claus also, dass gute Onkels als Wünsche-Erfüller sozusagen zwangsverbeamtet und im Rahmen der Mythenbildung vom warmen Mittelmeer an den eisigen Nordpol versetzt werden. Das Verblüffende an der Geschichte des Weihnachtsmannes ist freilich, dass sie nicht in finsteren Vorzeiten in Bauernstuben am Spinnrad entstand, sondern dass an ihr durchaus aufgeklärte Menschen erst in den letzten 150 Jahren gestrickt haben. Ein Indiz dafür, dass wir vermeintlich so rationalen Jetzt-Menschen bis heute gern aus der Gegenwart fliehen.

 (morgen geht’s weiter)

Santa-Suche, Teil 2: Heiliges Handy

Dezember 2, 2011

ROSTOCK/GEDSER. Kilometer 237: Diesig, 10 Grad Celsius, Null Weihnachten. Warum der Weihnachtsmann niemals mit der Fähre übersetzt, versteht man auf den ersten Blick: Was bliebe von diesem wunderbaren Zottelmann, der sich über ignorante Eltern und garstige Geschwister hinwegsetzt, der alles weiß und sieht und die Rute längst zum schmückenden Reisig-Accessoire abgerüstet hat, wenn er hier zwischen Container-Trucks und Wohnmobilen warten müsste, bis ihn Männer in Leuchtwesten einweisen?! Spurtreu. Während der Überfahrt ist das Schlittendeck geschlossen. Der Bord-Shop öffnet in 15 Minuten.

Auf der anderen Seite der Ostsee ist es immer noch Kilometer 237. Dafür beschwert sich das Anti-Diebstahl-System des Wagens, weil es im kräftigen Schaukeln der Fähre offenbar die illegale Verladung zum heimlichen Osteuropa-Export vermutet. Da hilft nur gutes Zureden. So ein Hightech-Mobil ist halt auch nur ein Rentier.

Und natürlich will auch das Handy seine Streicheleinheiten. Wie bei allen noch folgenden Grenzübertritten, meldet sich der Taschenfernsprecher piepsend zu Wort, um einen „in Europa“ willkommenzuheißen und über die tollen Tarife im Gastland in Kenntnis zu setzen. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir daran erinnert werden, dass man aus dieser Welt nicht so einfach flüchtet. Das Handy erzählt ungefragt weiter, aus welchem Staub wir uns gemacht haben und wohin. Es funkt zurück in die Welt der Lichterketten-Boulevards und Blinkrosetten-Fenster. Es loggt sich ungefragt in irgendwelche Server, legt uns an die elektronische Kette und weiß immer ein Konto zum Abbuchen – ganz egal, wo wir uns auch zu verstecken suchen.

Es klingt wie der Hohn einer stets gegenwärtigen Allmacht, wenn das Navi auf der anderen Seite des Meeres kühl seine Route berechnet und uns den Weg weist. In dieser Welt, soll das unausgesprochen wohl heißen, gibt es nichts mehr zu entdecken. Leg du dir deine Fluchtwege zurecht – wir kennen sie schon. Diese Welt ist ausgeleuchtet und überwacht bis in die Ecken. Armer Irrer, flüstert es mit der kranken Stimme des frühen Klaus Kinski, und es wäre kaum noch verwunderlich, wenn im Display das Gesicht von Dr. Mabuse auftauchen würde: Die Route ist berechnet…

Hier Übersinnliches finden zu wollen, wo alles bestenfalls sinnvoll und nicht selten sinnlos ist, ist reiner Irrsinn, grinst es hämisch aus dem Navi-Bildschirm. Und aus anfänglicher Bangnis wird nun Trotz. Irgendwo werden wir dieses Weihnachten schon finden, selbst wenn das Navi nicht mitspielt. Los jetzt. Weiter. Nordwärts!

(morgen mehr)

Finsternis zum Lichterfest – Ein Weihnachts-Roadmovie auf den Spuren des Rentier-Schlittens (Teil1)

Dezember 1, 2011

Gut unterrichtete Kreise behaupten seit langem, jenen Knecht Ruprecht, alias Santa Claus, alias Weihnachtsmann hoch im Norden gesichtet zu haben. Grund genug, endlich Licht in das Dunkel zu bringen.

ROSTOCK/GEDSER  Zu behaupten, ich hätte nie an Sinnhaftigkeit und Ertrag des Projekts gezweifelt, wäre gelogen. Kurz vor Rostock hatte die Autobahnpolizei ein erstes beweiskräftiges Reisefoto von einem Weihnachtsmann geschossen, der mir unglücklicherweise verdächtig ähnlich sah und zu schnell unterwegs war. Und als sich wenig später die „Prins Joachim“ mit dem Auto im Bauch mühsam vom Pier weg über die Ostsee gen Dänemark schob, stand ein eher grübelnder Weltflüchter an der Reling. Manche Idee ist viel faszinierender, solange man nicht versucht, sie in die Tat umzusetzen.

Projekte wie dieses, leben schließlich mindestens zur Hälfte von den Bildern, die man im Kopf mit sich herumschleppt und immer wieder prüfend vor die Realkulisse hält. „Du fährst da eine endlose Landstraße entlang, stellst dich am Ende auf einen ziemlich zugigen Felsen, blickst hoch und siehst – nix!“, hatten sie gewitzelt. Am besten man erzählt in solchen Fällen erst gar nicht, was man vorhat. Wenn man es genau nimmt, ist dies eine Art Rückwärts-Reportage: Wie kommt alle Welt auf die Idee, ausgerechnet dort oben im hohen Norden müsse jener bärtige Geselle mit seinen Rentieren hausen?

Welche Indizien lassen sich zwischen Wäldern, Fjorden und Bergen finden, die dafür sprechen, dieser viel älteren Mythen-Figur eine so eisige Heimstatt zuzuweisen?

„Was suchst du dort oben eigentlich?“, mobbten sie auf einer Party. Diskussionen über Obama oder den Zustand der Linkspartei waren erfreulicher als dieser Vorab-Defätismus beim Zerbröseln einer Idee, die eben noch ganz plausibel gewesen war. „Wenn ich wüsste, was ich suche, wäre es eine ziemlich langweilige Geschichte“, gab ich trotzig zurück und war auf eine unbestimmte Art völlig sicher, ungemein spannende Spuren in den Weiten Nordnorwegens zu finden. Ein kämpferischer Optimismus, der an Bord der schwer im Herbststurm schwankenden und schiebenden „Prins Joachim“ bald einem eher flauen Gefühl im Magen wich.

Ganz auszuschließen war es aber auch nicht. Und wenn die Sicht nicht besser würde, als dieser fies tröpfelnde Nebelbrei gleich hinter der Bordwand, müsste Rudolf schon eine Leuchtbojen-Nase haben und einen ganzen Schellenbaum lieblicher Glöcklein mit sich herumtragen, damit ich ihn kurz vor dem Zusammenprall erkennen würde.

Im Grunde ging es wohl gar nicht so sehr darum, den allzu platten Märchen von grazil tänzelnden Karibus und Säcken von Glitzergeschenken auf barock verziertem Schlitten hinterher zu fahren. Im Grunde bestand meine Hoffnung darin, durch das Besichtigen der Schauplätze herauszufinden, warum wir gerade diese Geschichten erfanden und immer wieder liebevoll hervorholten. Warum wärmten wir uns alljährlich an der Vorstellung des Mützen-Mantel-Mannes, der aus der Kälte kommt und Geschenke in die Schornsteine wirft? (Selbst bei Wohnblocks mit Zentralheizung!) Denn in die Wiege gelegt war es dem Heiligen Nikolaus, der mit einiger Berechtigung als das Ur-Vorbild der meisten schönen Bescherungen gelten kann, nicht, dass er eines Tages vom Nordpol her kommen sollte. Diesen Posten mitsamt Werkstatt und Dienstfahrzeug haben wir dem Bischof von Myra vermittelt, der im 4. Jahrhundert ein gutes Herz für Kinder, Arme, Mühselige und Beladene gehabt haben soll. Auf welchen Wegen er seine Produktionsstätte vom sonnigen Mittelmeer in die Arktis verlagerte, davon wird später noch die Rede sein. Offenkundig aber gab es schon wenige Generationen nach dem Tode Jesu das Bedürfnis, neben der

mitunter nicht ganz einfachen religiösen Botschaft noch einen ganz schlichten, warmherzigen Heiligen an seiner Seite zu wissen. Völlig außer Konkurrenz für den Heiland, versteht sich.

Der andere Ausgangspunkt dieser Geschichte liegt wohl in einem dieser Kaufhäuser, in denen man vor dem Fest um keine Ecken biegen kann, ohne glitzernde Kugeln herunterzureißen oder Lametta-Flusen am Jackenärmel zu ernten. Das ganze Gerammel und Gedrängel ist so besinnlich und harmonisch wie die singenden-klingenden Glöckchenlieder, die einem selbst auf der Kaufhaus-Toilette noch vom Deckenlautsprecher ölig in den Hemdkragen getröpfelt werden. Irgendwann einmal muss mir im merkantilen Fliesengeviert Chris Rea „Driving home for Christmas“ mit seiner rauen Stimme ins Ohr gesäuselt haben. Und irgendwie klang das plausibel. Und ein wenig nach Flucht. Nach Hause war auf jeden Fall weg von all dem hier, und vielleicht kam mir dabei der Gedanke, es müsse so ziemlich das Gegenteil von all dem sein: nicht hell, nicht warm, nicht lieblich und vor allem nicht überlaufen.

Man wird zugeben müssen, dass unter diesen Vorgaben das Nordkap einigermaßen nahe liegt. Wenn es denn nicht so fern wäre. Ein Problem, dass sich lösen lässt und bei näherem Hinsehen sogar Teil der Lösung ist. Denn bei all der Wusel-Mobilität, die uns ständig für irgendwelche Ziele und sinnlose Pünktlichkeiten in Bewegung setzt, wäre es doch fast schon eine Geste zivilen Widerstands, sich für eine Sache auf den Weg zu machen, die – wie man es dreht und wendet – nicht ganz von dieser Welt ist. Und schon gar nicht rentabel und zweckmäßig. Auf die Suche nach Weihnachten. Einen Roadmovie in die Kindheit. Dorthin, wo all die Bildern und Träume herkommen. Angeblich.

(morgen mehr)

Auf der Suche nach Weihnachten – DER Weihnachts-Roadmovie im Netz

November 30, 2011

Weihnachten ist kein Datum, sondern ein Gefühl. Heimkommen, Lichter und immer auch eine Art erhofftes, ungewisses Glück, das mitten in der Dunkelheit des Winters entsteht. Es ist deshalb wohl kein Wunder, dass der seltsame Ruprecht mit seinen Rentieren irgendwo jenseits des Polarkreises hausen und von daher kommen soll. Was liegt da näher, als ihn dort zu suchen.

Mit einem geborgten Volvo XC 90 habe ich mich auf den Weg gemacht von Berlin zum Nordkap. Zuerst nach Rostock, mit der Fähre über die Ostsee nach Gedser, dann weiter via Öresund-Brücke und Oslo gen Norden. Je mehr man zurücklässt, so die Vermutung, desto näher kommt man der Welt aus der die Weihnachtsträume sind. Adieu zu Pappmaché-Pyramiden und „Last Christmas“, auf in die Dunkelheit des Nordens. Manchmal sind es die Erwartungen, die einen Ort mystisch machen. Wie eine Mole, bei der man fühlen will, wie es ist, weit draußen im Meer zu stehen und zum Land zurückzuschauen.

Eine knallharte Recherche auf Ruprechts Fersen. On the road to Santa Claus. Am 1. Dezember geht’s los.